Neue Impfempfehlungen

STIKO: HPV-Impfung jetzt ab neun Jahren

Berlin - 25.08.2014, 11:06 Uhr


Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht. Wichtigste Änderung ist die Herabsetzung des Impfalters für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Ab sofort sollen Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren (bisher: zwölf bis 17 Jahre) die HPV-Impfung bekommen – die Impfung ab neun Jahren empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation.

Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Der hauptsächliche Übertragungsweg für diese Infektionen sind Sexualkontakte. Daher ist die Impfung am wirksamsten, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Doch dieser ist häufig nicht geplant – auch wird der Wunsch nach der Aufnahme sexueller Kontakte in der Regel nicht mit Eltern oder impfenden Ärzten besprochen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) erläutert, zeigten Studien, dass ein Großteil der Mädchen in Deutschland bisher den idealen Impfzeitpunkt verpasste.

Dem soll nun das auf neun Jahre herabgesetzte Impfalter entgegenwirken. Überdies legten höhere Antikörper-Antworten nahe, dass im jüngeren Alter ein besseres Ansprechen durch eine Impfung gegen HPV erreicht werden kann, so das RKI. Auch sind mit der Altersabstufung nur noch zwei statt bisher drei Impftermine erforderlich. Ein weiterer Vorteil: Mit der „U11“ gibt es einen weiteren Vorsorgetermin im Alter von neun bis zehn Jahren, bei dem Mädchen Kontakt zum Gesundheitssystem haben.

Änderungen gibt es zudem bei der Pneumokokken-Indikationsimpfung. Sie wird nun unter anderem auch für Cochlea-Implantat-Träger oder bei einer T-Zell-Defizienz bzw. einer gestörten T-Zell-Funktion empfohlen.

Seit letztem Dezember steht in Deutschland auch ein Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B (Bexsero®) zur Verfügung. Die STIKO kommt gegenwärtig allerdings zu dem Schluss, dass die bisher vorliegenden Studienergebnisse und die daraus resultierende Evidenz für eine abschließende Entscheidung über eine generelle Impfempfehlung noch nicht ausreichen. Eine aktualisierte Stellungnahme zum Stand der Bewertung des neuen Meningokokken-B-Impfstoffs soll im Epidemiologischen Bulletin 36/2014 veröffentlicht werden.

Für die übrigen Änderungen sollen die ausführlichen wissenschaftlichen Begründungen im nächsten Epidemiologischen Bulletin folgen. Die neuen Impfempfehlungen gelten ab heute, dem 25. August 2014.

Hier finden Sie das aktuelle Epidemiologische Bulletin 34/2014 mit den genannten Änderungen als pdf-Dokument zum Herunterladen.


Kirsten Sucker-Sket


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