Disease-Management-Programme

G-BA hat vier weitere Erkrankungen im Blick

Berlin - 22.08.2014, 11:05 Uhr


Die Bandbreite strukturierter Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP) soll größer werden: Gestern beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), Beratungen für die chronischen Krankheiten rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose und Rückenschmerz aufzunehmen. Im Vorfeld hatte das Gremium dazu aufgerufen, Vorschläge für weitere für DMP geeignete chronische Krankheiten einzureichen.

„Die vier nun ausgewählten Krankheiten erfüllen die gesetzlich geforderten Kriterien zur Entwicklung strukturierter Behandlungsprogramme in besonderem Maße“, erklärte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses. Sie verweist allerdings darauf, dass die Aufnahme der Beratungen nicht in jedem Fall die Entwicklung eines strukturierten Behandlungsprogramms zur Folge hat. „Die tatsächliche Umsetzung wird von den Ergebnissen der Beratungen zu den einzelnen Krankheiten sowie der jeweiligen Leitlinienrecherche abhängig sein.“ Mit der Recherche wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt.

Ziel der DMP ist es, die medizinische Versorgung von chronisch Kranken durch sektorenübergreifende Strukturierung der Behandlung zu verbessern. Ob eine Erkrankung für ein Behandlungsprogramm geeignet ist, hängt von verschiedenen Kriterien ab, die im Wesentlichen im Gesetz vorgegeben sind. Dazu zählen unter anderem die Möglichkeit zur Verbesserung der Versorgungsqualität, die Verfügbarkeit evidenzbasierter Leitlinien, die Beeinflussbarkeit des Krankheitsverlaufs durch Eigeninitiative des Versicherten, ein sektorenübergreifender Behandlungsbedarf sowie ein hoher finanzieller Aufwand der Behandlung und Folgekosten.

Bislang gibt es strukturierte Behandlungsprogramme zu Diabetes mellitus Typ 1 und 2, zur koronaren Herzkrankheit (KHK), chronischen obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale und COPD) und Brustkrebs. Für das DMP KHK wurde zudem das Modul Chronische Herzinsuffizienz entwickelt. Vergangenes Jahr waren laut G-BA rund 6,3 Millionen Versicherte in einem oder mehreren DMP eingeschrieben. Bundesweit sind derzeit über 10.000 Programme zugelassen.


Annette Lüdecke


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