DAZ-Interview mit dem ABDA-Präsidenten

Schmidt zu Leitbild: Keine zehn Gebote

Berlin - 20.08.2014, 12:30 Uhr


Eigentlich wollte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) auf dem nächsten Deutschen Apothekertag in München ein Leitbild für den Berufsstand präsentieren. Herausgekommen ist nach langer, intensiver Diskussion ein Perspektivpapier 2030. Im DAZ-Interview begründet ABDA-Präsident Friedemann Schmidt den Kurswechsel: „Leitbild passte einfach nicht mehr. Leitbild ist ein Kodex, sind Gebote. Der Begriff passte dann nicht mehr zum Ergebnis“, so Schmidt.

Stattdessen beschreibe man jetzt „einen Prozess zur Apotheke 2030“. Im Laufe des intensiven Diskussionsprozesses sei ein anderer Begriff gewählt worden. Schmidt: „Leitbild beinhaltet ja die Vorstellung einer inhaltlichen Anleitung, einer klaren Orientierung wie die zehn Gebote.“ Das Perspektivpapier 2030 beschreibe einen Zustand, „wie wir uns die Entwicklung der Apotheke bis zum Jahr 2030 vorstellen und wünschen“. Schmidt: „Wir haben das Bild einer modernen Apotheke im Jahr 2030 gezeichnet. Das ist etwas anderes als ein Leitbild. Und darum haben wir den ursprünglichen Begriff aufgegeben.“ Aus dem sehr intensiven Diskussionsprozess im Internet, beim Konvent und in den ABDA-Gremien habe sich eine Wandlung des ursprünglichen Ansatzes ergeben: „Dem tragen wir Rechnung. Eine Abrüstung ist das nicht“, so der ABDA-Präsident.

Schmidt räumte weiterhin ein, dass es bei der Gewichtung des Kaufmanns im Apotheker Konflikte gab. Deswegen sei die ursprüngliche Formulierung zum Thema Leistung außerhalb der Arzneimittelversorgung etwas abgeändert worden. Schmidt: „Das war ein Punkt, bei dem der Konvent keine Einigkeit erzielen konnte.“ Aber die Grundaussage bleibe erhalten, dass es neben der pharmazeutischen Kernkompetenz jedem Apotheker an seinem Standort freistehe, sein Leistungsspektrum zu erweitern, „wenn es in das Bild der Apotheke passt“. „Wir errichten da keine Mauern. Im Gegenteil, wir wollen unsere Freiheit sichern. Ich glaube das ist eine tragfähige Lösung“, so Schmidt.

Das vollständige Interview mit ABDA-Präsident Friedemann Schmidt lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der DAZ.


Lothar Klein


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