Urteil in Großbritannien

16 Wochen Gefängnis wegen gefälschter Potenzmittel

Remagen - 20.08.2014, 13:25 Uhr


In Großbritannien wurde ein 58-jähriger Mann vom Wood Green Crown Court für den Verkauf und die Lieferung eines nicht zugelassenen Potenzmittels zu 16 Wochen Gefängnis verurteilt. Das Präparat enthielt das Vierfache der maximalen Dosis von Tadalafil, dem Wirkstoff des rezeptpflichtigen Cialis. Dies meldet die britische Zulassungsagentur Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA).

Xiao Ping Yan war für die Behörden kein Unbekannter. Acht Wochen der Haft wurden ihm für die Verletzung einer Bewährungsstrafe „aufgebrummt“. Erstmals war er im Jahr 2009 auffällig geworden, als er wegen des Besitzes eines angeblichen Kräutermittels namens „Jia Yi Jian“ verwarnt wurde. Das Mittel enthielt ebenfalls das Vierfache der vorgesehenen Dosis des Erektionsmittels Taladafil und außerdem mehr als das Vierfache der Dosis des im Jahr 2010 wegen Gesundheitsrisiken zurück gezogenen Schlankheitsmittels Sibutramin. Beide stellen in Kombination eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung dar, und zwar über eine gefährlich erhöhte Herzfrequenz und das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Im Jahr 2010 wurde Herr Yan dann am Flughafen Heathrow mit 51.600 Tabletten „Herbal Viagra“ erwischt, die er aus China zu importieren versuchte. Auch hierin war Tadalafil enthalten. Nach einer MHRA Untersuchung wurde Yan damals zu 32 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Das neue Verfahren wurde nun durch eine Inspektion von Herrn Yans Heimatadresse ausgelöst, bei der die MHRA-Officials erneut das Mittel Jia Yi Jian fanden, versteckt in Kisten für „Diät-Tee".

Der Leiter der Abteilung für Vollstreckung der MHRA, Alastair Jeffrey, sagte: „Wir werden diese Art von Kriminellen, die durch den Verkauf von illegalen nicht zugelassenen Arzneimitteln leichtfertig die öffentliche Gesundheit gefährden, tatkräftig weiter aufspüren und verfolgen. Produkte wie diese, die in großem Umfang mit pharmazeutischen Wirkstoffen verfälscht werden, stellen ein echtes Gesundheitsrisiko dar.“


Dr. Helga Blasius