Pharmazeutische Industrie

Merck hält Kurs dank Zukauf

Berlin - 13.08.2014, 10:56 Uhr


Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat die negativen Auswirkungen des starken Euro einigermaßen gut weggesteckt – dank des Zukaufs von AZ-Electronic. Seit Mai steht die britische Spezialchemiefirma bei Merck in den Büchern. Konzernweit waren die Schwellenländer die wichtigsten Treiber, hier legte Merck aus eigener Kraft ordentlich zu. Schwach lief es beim Multiple-Sklerose-Mittel Rebif, wo sich die zunehmende Konkurrenz für Mercks umsatzstärkstes Pharmaprodukt bemerkbar machte. Die Erlöse mit dem Krebsmittel Erbitux stiegen hingegen.

„Wir hatten ein solides zweites Quartal“, sagte Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley laut Mitteilung. Die verstärkte Ausrichtung von Merck auf Schwellenländer trage Früchte. Die Konzernprognose für das laufende Jahr bestätigte der Manager. Konkret verzeichnet Merck im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg von 1,9 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Negative Wechselkurseffekte drückten die Erlöse allerdings um 4,5 Prozent, aus eigener Kraft legte das Unternehmen um 3,4 Prozent zu. Das bereinigte Ebitda stieg um 2,3 Prozent auf 845,7 Mio. Euro. Das Konzernergebnis sank um 4,0 Prozent auf 303,3  Mio. Euro. Merck erklärt dies mit aus der Akquisition von AZ-Electronic bedingten Sondereinflüssen, gesunkenen Lizenz- und Provisionserlösen sowie negativen Wechselkurseffekten.  

Betrachtet man das gesamte erste Halbjahr 2014, so stiegen die Umsatzerlöse des Konzerns um 0,1 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro – davon entfielen 3,6 Prozent auf organisches Wachstum, 1,5 Prozent auf Akquisitionen oder Veräußerungen und -5 Prozent auf negative Wechselkurseffekte.  Das Konzernergebnis summierte sich auf 582 Millionen Euro.

Alle vier Geschäftssparten – Serono, Consumer Health, Performance Materials und Millipore – verzeichneten in den ersten sechs Monaten 2014 positive organische Wachstumsraten. Der Umsatz stieg vor allem in den Regionen „Emerging Markets“ und „Übrige Welt“ – hier lagen die Wachstumsraten bei 8,4 Prozent beziehungsweise 4,0 Prozent. In Europa lag das Plus bei 1,1 Prozent, in Nordamerika gingen die Umsätze um - 0,5 Prozent zurück. Insgesamt erzielte Merck im ersten Halbjahr 2014 ein Ebidata vor Sondereinflüssen von 1,65  Mrd. Euro.

Die biopharmazeutische Sparte Merck Serono – die größte des Konzerns – legte im zweiten Quartal organisch um 3,0 Prozent beim Umsatz zu – negative Wechselkurse drückten aber auch hier letztlich um -1,4 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Das MS-Medikament Rebif musste wegen des zunehmenden Wettbewerbs ein Umsatzminus von 7,0 Prozent auf 464 Mio. Euro hinnehmen. Dagegen ging es für das Krebsmittel Erbitux aufwärts. Unter Berücksichtigung negativer Wechselkurseffekte ergab sich ein Umsatzanstieg um 6,5 Prozent auf 229 Mio. Euro. Besonders erfolgreich haben sich laut Konzern im zweiten Quartal 2014 die Schilddrüsen-Arzneimittel der Thyroid-Familie entwickelt, ebenso Gonal-f, ein rekombinantes Hormonpräparat zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. Die Lizenz- und Provisionserlöse gingen bei Merck hingegen deutlich zurück

Die OTC-Sparte Consumer Health erzielte im  zweiten Quartal  ein kräftiges  organisches Umsatzwachstum von 8,5 Prozent – prozentual das stärkste aller vier Sparten. Gegenläufige negative  Wechselkurseffekte drückten aber auch diesen Zuwachs letztlich  auf 3,3 Prozent – und damit auf 185 Mio. Euro. Für das Plus sorgten vor allem die profitablen strategischen Marken Neurobion,  Floratil  und Femibion  sowie lokale Marken in Deutschland.

Merck erwartet 2014 weiterhin ein leichtes Umsatzwachstum aus eigener Kraft, das durch die negativen Wechselkurseffekte aber aufgezehrt wird. Dank AZ-Electronic, die Merck im Dezember 2013 für rund 1,9 Mrd. Euro gekauft hatte, wird ein Anstieg der Erlöse auf etwa 10,9 bis 11,1 Mrd. Euro erwartet nach 10,7 Mrd. im Vorjahr. Beim um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stellt der Vorstand ein moderates Wachstum auf 3,3 bis 3,4 Mrd. Euro in Aussicht.


dpa-AFX/DAZ.online


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