Ebola in Westafrika

WHO kündigt 100-Millionen-Aktionsplan an

Abuja/Berlin - 01.08.2014, 14:24 Uhr


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein 100-Millionen-Dollar-Programm für den Kampf gegen Ebola angekündigt. „Das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und die davon ausgehende Gefahr machen es notwendig, dass die WHO sowie Guinea, Liberia und Sierra Leone die Gegenmaßnahmen erheblich verstärken“, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Es sollen deutlich mehr Ärzte, Krankenschwestern, Seuchenexperten, Logistiker und Sozialarbeiter eingesetzt werden.

Die WHO hat am Donnerstagabend ein 100-Millionen-Dollar-Programm für den Kampf gegen Ebola angekündigt. „Das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und die davon ausgehende Gefahr machen es notwendig, dass die WHO sowie Guinea, Liberia und Sierra Leone die Gegenmaßnahmen erheblich verstärken“, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Demnach sollen deutlich mehr Ärzte, Krankenschwestern, Seuchenexperten, Logistiker und Sozialarbeiter eingesetzt werden. Zudem sind verstärkt Aufklärungsmaßnahmen vorgesehen.

Das deutsche Auswärtige Amt rät inzwischen von nicht notwendigen Reisen nach Liberia, Sierra Leone und Guinea ab. Trotz internationaler Bemühungen sei ein Ende der Epidemie nicht absehbar, heißt es in den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums. Die medizinische Versorgung in den Staaten sei defizitär, eine Ausbreitung der Krankheit nicht auszuschließen. Am Donnerstag hatten die USA eine Reisewarnung für die drei afrikanischen Staaten herausgegeben.

Die WHO veröffentlichte am Donnerstag neue Daten zur Epidemie. Demnach starben seit Beginn des Ausbruchs im Dezember 2013 bis zum 27. Juli 729 Menschen. Binnen drei Tagen wurden damit 57 weitere Todesfälle registriert, 27 davon in Liberia, 20 in Guinea, 9 in Sierra Leone und einer in Nigeria. Die Zahl registrierter Infektionen schnellte zwischen 24. und 27. Juli um 122 auf 1323. Der steile Anstieg fordere konzentrierte Anstrengungen aller. „Die Lage ist außer Kontrolle“, warnte Mariano Lugli, Koordinator von „Ärzte ohne Grenzen“ in Genf. Das Virus sei nicht zu stoppen, lokale Gesundheitsbehörden überfordert.

Sierra Leone hat den nationalen Notstand erklärt, ganze Gebiete im Osten des Landes sollen unter Quarantäne gestellt werden. Das Nachbarland Liberia hatte bereits zuvor den Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen – ebenso wie alle Schulen des Landes und viele Märkte. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch der Krankheit seit ihrer Entdeckung im Jahr 1976. Zudem ist es die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebola-Virus in Westafrika.


dpa/DAZ.online


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