KKH-Ausgaben im 1. Halbjahr 2014

Kailuweit: Arzneimittelkosten explodieren

Berlin - 31.07.2014, 10:55 Uhr


Einmal mehr warnt die KKH vor „in die Höhe schießenden Arzneimittelkosten“: Im ersten Halbjahr habe die Kasse eine deutliche Kostensteigerung zu verzeichnen, heißt es in einer Mitteilung. Die aktuelle Kostenentwicklung sei besorgniserregend, erklärt Vorstandschef Ingo Kailuweit. Der verstärkte Einsatz teurer und patentgeschützter Arzneimittel und die Absenkung des gesetzlichen Herstellerrabattes könne die GKV in diesem Jahr eine Milliarde Euro mehr kosten.

Die Kasse gab nach eigenen Angaben von Januar bis Juni 2014 pro Versicherten 212 Euro für Medikamente aus – 9,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insgesamt zahlte die KKH im ersten Halbjahr 377 Millionen Euro für Arzneimittel aus öffentlichen Apotheken. Und das, obwohl die Zahl der eingelösten Rezepte im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent je Versicherten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 zurückgegangen war – vermutlich wegen des milden Winters und der damit ausgebliebenen Grippewelle.

„Die aktuelle Kostenentwicklung ist besorgniserregend“, warnt Kailuweit. Neben der Entscheidung, auf eine Nutzenbewertung bereits im Markt befindlicher Arzneimittel zu verzichten, sieht er vor allem die Absenkung des gesetzlichen Herstellerrabattes bei patentgeschützten Arzneimitteln kritisch. „Die Zahlen verdeutlichen, dass die Entscheidung zum befürchteten Kostenschub geführt hat.“ Bei der KKH habe dies eine zusätzliche Belastung von rund 13 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 ausgemacht. „Wir gehen davon aus, dass wir dadurch in der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung mit bis zu einer Milliarde Euro mehr in diesem Jahr rechnen müssen.“


Juliane Ziegler


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