apoBank-Analyse

Apothekenübernahme wird teurer

Berlin - 18.07.2014, 11:10 Uhr


Apotheken-Existenzgründer mussten im vergangenen Jahr deutlich mehr investieren. Durchschnittlich waren 480.000 Euro für die Übernahme einer Apotheke als Einzel- bzw. Hauptapotheke erforderlich, wie aus einer apoBank-Analyse hervorgeht – 40.000 Euro mehr als 2012. „Wir erleben derzeit eine Marktbereinigung“, erklärte Georg Heßbrügge von der apoBank. „Schlecht gehende Apotheken werden geschlossen. Gut laufende Apotheken werden stark umworben.“

Insgesamt investierten Frauen für die Übernahme einer Apotheke deutlich weniger als Männer: 365.000 Euro bzw. 633.000 Euro. Männer investierten häufig in umsatzstärkere, teilweise technisch besser ausgestattete Apotheken, erklärt Heßbrügge. Das Durchschnittsalter der Existenzgründer lag bei 38 Jahren – Frauen machten sich im Schnitt mit 39 Jahren, Männer hingegen mit 36 Jahren selbstständig. Der Frauenanteil unter den Existenzgründern betrug 59 Prozent.

Für die Übernahme einer Filialapotheke mussten im vergangenen Jahr im Schnitt 428.000 Euro investiert werden, 20.000 Euro mehr als im Vorjahr (4,9 %). In Bezug auf Filialen zeigten sich Männer deutlich expansionsfreudiger als Apothekerinnen – Filialapotheken wurden laut der Analyse zu zwei Dritteln von Männern gegründet oder übernommen. Das lege nahe, so Heßbrügge, dass Männer stärker an den unternehmerischen Aspekten einer Apothekenführung interessiert seien. Das durchschnittliche Alter der Filialgründer und -übernehmer lag bei 40 Jahren (Männer mit 40, Frauen mit 41 Jahren).

Deutlich weniger Existenzgründer entschieden sich 2013 für eine Apotheke in der Großstadt. Lediglich jeder Dritte (31 %) wählte diesen Standort, im Vorjahr waren es noch 40 Prozent. Ebenfalls 31 Prozent entschieden sich für die Mittelstadt, wie bereits im Jahr zuvor. Verstärkt nachgefragt waren letztes Jahr hingegen Apotheken in der Kleinstadt (30 % nach 26 % in 2012) und auf dem Land (8 % nach 3 % in 2012).

Nur jeder zehnte Existenzgründer eröffnete eine neue Apotheke: 4 Prozent gründeten diese als Haupt- oder Einzelapotheke, 6 Prozent als Filiale. Für eine Pacht- oder Gemeinschaftsapotheke entschieden sich 7 Prozent. Mit 83 Prozent investierten die meisten jedoch in die Übernahme einer bestehenden Apotheke. 65 Prozent führten den Betrieb als Einzel- oder Hauptapotheke weiter, 18 Prozent als Filiale.


Juliane Ziegler


Das könnte Sie auch interessieren

Apobank-Studie analysiert die Apothekenübernahmen 2016 / Anhaltender Trend zum Kauf von Verbünden

Kleinstadtapotheken kosten am meisten

ApoBank-Analyse der Apothekengründungen: Trend zu größeren Strukturen – und zu älteren Existenzgründern

Trend zu Filialen und Verbünden

55 Prozent der Existenzgründer sind weiblich

Frauen holen auf

Apobank-Studie zeigt geschlechterspezifische Unterschiede

Frauen holen bei Gründungen auf