Bayer-Forsa-Umfrage

Kein Verständnis für die Pharmaindustrie?

Berlin - 08.07.2014, 15:28 Uhr


Wie steht die Bevölkerung zur Entwicklung neuer Arzneimittel und damit verbundenen Kosten? Und sind die Menschen mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland zufrieden? Dies wollte Bayer mittels einer repräsentativen Umfrage erfahren. Das Ergebnis dürfte den Konzern ernüchtern: Es zeigte sich, das knapp 50 Prozent der Befragten der Aussage „Damit die Arzneimittelindustrie teure Forschung auch langfristig finanzieren kann, ist es wichtig, dass sie angemessene Preise erzielt“ nicht zustimmen.

Man kann das Ergebnis natürlich auch von der anderen Seite betrachten: Die Hälfte (51%) der Befragten stimmten der Aussage zu. Je jünger die Befragten und je höher der Schulabschluss, desto eher hielten sie es für gerechtfertigt, dass die Pharmaindustrie angemessene Preise erzielt. So stimmten der genannten Aussage 73 Prozent der unter 30-Jährigen und 66 Prozent der Befragten mit höherem Schulabschluss und Studium zu.

Offensichtlich gebe es breite Zustimmung und Anerkennung der Forschungsleistungen der Pharmaindustrie, sagt Frank Schöning, Geschäftsführer Bayer Vital GmbH. Das sei eine gute Basis. Jedoch müsse man im Dialog mit allen Bevölkerungsgruppen noch stärker daran arbeiten, „den Wert unserer Leistungen darzustellen“.

Zudem wollte Bayer wissen, wie zufrieden die Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung ist. 16 Prozent antworteten, sie seien „sehr zufrieden“, weitere 55 Prozent zeigten sich schlicht „zufrieden“. Dagegen sind 23 Prozent „weniger“ und fünf Prozent „überhaupt nicht“ zufrieden. In der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen ist die Unzufriedenheit mit insgesamt 33 Prozent am höchsten. „Wenn fast ein Drittel der Bevölkerung Unzufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung ausdrückt, sollte das für alle Beteiligten im Gesundheitsmarkt ein Signal sein, um über die Gründe nachzudenken und Lösungen zur Verbesserung zu entwickeln“, mahnt Schöning.

Bayer wollte auch herausfinden, was die Befragten vom Pharma-Engagement halten. 82 Prozent begrüßten es grundsätzlich, wenn pharmazeutische Unternehmen wie Bayer die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bei der Aufklärung zum Thema Schlaganfall unterstützen – 14 Prozent taten dies allerdings nicht. Aufklärung und Informationen zum Thema Schlaganfall suchen die Menschen vor allem im persönlichen Gespräch mit dem Arzt (82%). Mit Abstand folgten Fernsehsendungen (60%), Informationsbroschüren oder Faltblätter (54%), Webseiten  (53%) und Zeitungen oder Zeitschriften (50%).


DAZ.online


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