Universität Hamburg

Apothekerkammer sieht Hamburger Pharmazie bedroht

Hamburg - 08.07.2014, 08:45 Uhr


Die Zukunft der Pharmazie an der Hamburger Universität erscheint weiterhin unsicher. Nachdem vor Jahren eine drohende Schließung abgewendet werden konnte, schien das verkleinerte Institut zunächst gerettet. Doch die geringe Größe birgt die Gefahr des langsamen Ausblutens. Auf diese lange absehbare, nun aber immer auffälligere Entwicklung weist der Präsident der Apothekerkammer Hamburg, Kai-Peter Siemsen, hin.

Siemsen brachte die Sorgen der Apothekerkammer um das Pharmazeutische Institut sowohl bei der Kammerversammlung am 30. Juni als auch beim Sommerfest der Hamburger Apotheker, dem „Treffpunkt Apothekerhaus“, am 3. Juli zur Sprache. Es sei festzustellen, dass Stellen über Jahre brach liegen und nicht neu besetzt würden. Außerdem werde eine vorhandene Professur auf eine Juniorprofessur abgestuft. Dies mache das Institut sicherlich nicht interessanter für aufstrebende, wissenschaftlich orientierte Kollegen, so Siemsen. Doch könne er sich nicht des Eindruckes erwehren, dass das Institut selbst den Kampf um den Erhalt oder sogar den Ausbau noch nicht richtig aufgenommen habe. Die zuständige Senatorin verweise hingegen immer wieder auf die Unabhängigkeit der Universität.

Siemsen argumentierte seinerseits mit der Zukunftskonzeption der Stadt und erklärte: „Das Pharmazeutische Institut in Hamburg spielt eine wichtige Rolle im großen Konzert der Life-Science-Stadt Hamburg und wird auch in Zukunft wichtig sein.“ Ein langsames Ausbluten oder gar eine Schließung wären ein untragbarer Verlust für die Hamburger Apotheker und nicht zuletzt für die Stadt, so Siemsen. Doch stimme es ihn zaghaft froh, dass sich nun um Prof. Dr. Wolfgang Maison eine Gruppe von Institutsmitarbeitern gebildet habe, die sich um die Zukunft der Hamburger Pharmazie sorge. Diese Gruppe habe mittlerweile die Apothekerkammer und das Universitätsklinikum Eppendorf eingeladen, um sich Gedanken über das Institut und die wissenschaftliche Arbeit der Pharmazie in Hamburg zu machen. „Die Apothekerkammer arbeitet hier gerne mit. Wir haben die Bedeutung dieses Instituts für Hamburg und die Apotheken erkannt“, erklärte Siemsen dazu.


Dr. Thomas Müller-Bohn


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