Neue Opioid-Indikation

Oxycodon/Naloxon gegen Restless Legs

Stuttgart - 20.06.2014, 13:03 Uhr


Für die Second-line-Therapie des schweren bis sehr schweren Restless-Legs-Syndrom gibt es seit Mai eine neue Therapieoption: Mit retardiertem Oxycodon/Naloxon (Targin®) steht das erste zugelassene Opioid zur Verfügung. Diese Wirkstoffgruppe konnte bisher für die Indikation Restless-Legs-Syndrom nur off label verordnet werden.

In der Therapie des idiopathischen Restless-Legs-Syndroms (RLS) werden als Mittel der ersten Wahl dopaminerge Substanzen eingesetzt. Bei unzureichendem Ansprechen, Augmentation oder Unverträglichkeit empfiehlt die S1-Leitlinie den Einsatz von Opioiden, bislang war allerdings kein Opioid für diese Indikation explizit zugelassen. Das hat sich mit der Zulassung der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon plus retardiertem Naloxon für die Second-line-Therapie des schweren bis sehr schweren idiopathischen RLS nun geändert.

In einer Studie mit vorbehandelten Patienten reduzierte Oxycodon/Naloxon den RLS-Schweregrad signifikant im Vergleich zu Placebo. Die Wirksamkeit hielt über weitere 40 Wochen an. Eine Augmentation, wie sie von Dopaminergika bekannt ist, trat innerhalb des Beobachtungszeitraums von einem Jahr nicht auf. Die dafür notwendige Opioiddosis lag bei zweimal 10 mg pro Tag, und damit niedriger als in der Schmerztherapie üblich. Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und vor allem Obstipation. Nicht geeignet ist die Therapie bei Patienten mit einer Alkohol- oder Opiat-Abhängigkeit in der Anamnese.

Quelle: B. Fessler. Wenn Füße nicht zur Ruhe kommen: Erstes Opioid für die Therapie des Restless-legs-Syndroms zugelassen – in DAZ 2014, Nr. 25

Zum Weiterlesen:

Keine Verschlechterung unter Pregabalin – in DAZ 2014, Nr. 15

Restless-Legs-Therapie; DAZ, 2012 - Ausgabe 11 – in DAZ 2014, Nr. 15


Dr. Beate Fessler/DAZ.online


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