Dopingbekämpfung

NADA blickt selbstbewusst nach vorne

Bonn - 04.06.2014, 17:29 Uhr


Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat im letzten Jahr tatkräftig an den Hauptsäulen der Anti-Doping-Arbeit – Kontrolle und Prävention – gearbeitet und ist für die Zukunft gut aufgestellt. Dies betonte die Vorstandsvorsitzende Dr. Andrea Gotzmann anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2013 in Bonn.

Die NADA hat im Jahr 2013 insgesamt  8106 Trainingskontrollen durchgeführt, davon rund 6430 Urin- und 1680 Blutkontrollen. Die Zahl der Wettkampfkontrollen belief sich auf rund 5300, davon waren etwa 5100 Urin- und 200 Blutkontrollen. Blutkontrollen zählen seit 2007 zum Standard in den Sportarten der Risikogruppe A mit einem hohen Dopingpotenzial, etwa Kraft- und Ausdauersportarten. Teilweise wurden sie aber auch in anderen Disziplinen vorgenommen.

Die verschiedenen Formen von Blutkontrollen (Serum oder Vollblut) sind eine notwendige Ergänzung zu den Urinkontrollen, können diese aber nicht ersetzen, denn im Urin sind immer noch die meisten verbotenen Substanzen und deren Abbauprodukte direkt nachweisbar. Außerdem liefern beide zusammen wichtige Informationen für den biologischen Athletenpass (Modul Steroidprofil und Modul Blutprofil), der in Zukunft immer wichtiger werden wird. An dieser Stelle hob Gotzmann hervor, dass die beiden WADA-akkreditierten Labore in Köln und Kreischa in der Doping-Analytik weltweit führend sind. So könne die NADA viele Zusatzanalysen bereits als Standard nutzen, die andere Anti-Doping-Organisationen noch gar nicht in ihrem Programm haben.

Bei den insgesamt 79 festgestellten Dopingverstößen ging es in 53 Fällen um positive Analyseergebnisse und das Vorhandensein einer verbotenen Substanz. 50 davon entfielen auf Wettkampfkontrollen. Nur drei Athleten wurden im Training auffällig. Nach Ausschluss der Athleten mit einer Ausnahmegenehmigung oder aus anderen Gründen wurden 24 Sportler mit einer Verwarnung, aber auch mit Sperren, teilweise auch mit zusätzlichen Geldstrafen belegt. Die Dopingsünder kamen hauptsächlich aus den Lagern der „üblichen Verdächtigen“, aus dem Boxsport, Gewichtheben, dem Kraftdreikampf und Armwrestling – aber auch Radfahren, Triathlon und Fußball waren vertreten. Missbräuchlich verwendet wurden diverse anabole Substanzen, Epo, Glucocorticoide, Stimulantien, Tetrahydrocannabinol und Diuretika. Letztere werden „gerne“ eingesetzt, um die Einnahme anderer unerlaubter Substanzen vor Dopingkontrollen durch Ausschwemmen zu maskieren.

Im Jahr 2015 wird der neue Welt-Anti-Doping-Code (WADA-Code 2015) in Kraft treten. Die NADA hatte sich im Vorfeld intensiv in die Revision eingebracht und konnte sich hier laut Aussage von Mortsiefer mit wichtigen Vorschlägen zur Stärkung des Minderjährigen- und Datenschutzes sowie der Prävention durchsetzen. Die NADA arbeitet derzeit auf Hochtouren an der Umsetzung des Codes in den Nationalen-Anti-Doping-Code (NADC). Dieser soll im Herbst dieses Jahres vorliegen.

Im Bereich Prävention arbeitet die Agentur eng mit den deutschsprachigen Anti-Doping-Organisationen aus Österreich und der Schweiz zusammen. Gemeinsam wurde unter anderem das mobile Spiel „Born to Run“ entwickelt, das vor allem jungen Athleten auf spielerische Weise die Regeln und die Gefahren von Doping näherbringt. Weitere umfangreiche Aufklärungsangebote richten sich an die Eltern, Trainer und Betreuer.

Trotz aller Erfolge mit der Prävention wird es jedoch in Zukunft ohne eine Stärkung der Strafverfolgung nicht gehen, meint Mortsiefer. Die NADA unterstützt deshalb die Initiative eines Anti-Doping-Gesetzes mit Nachdruck und fordert zudem eine Stärkung der Sportgerichtsbarkeit, „Wir brauchen eine engere Zusammenarbeit mit den Vollzugsbehörden und auch eine bessere internationale Vernetzung“, betonte Mortsiefer – „gerade für die Verfolgung von Hintermännern“. Und Gotzmann resümmierte: „Mittel- und langfristig soll die NADA als Gütesiegel für den sauberen Sport in Deutschland etabliert werden. International brauchen wir uns bestimmt nicht zu verstecken. Viele Länder sind noch lange nicht so weit wie wir.“

Zum NADA-Jahresbericht 2013 gelangen Sie über diesen Link. Weitere Informationen finden Sie unter dopingpraeventionsplan.de bzw. alles-geben-nichts-nehmen.de.


Dr. Helga Blasius