Arzneimittelfälschungen

Erhöhte Wachsamkeit bei Rituximab und Bevacizumab

Stuttgart - 04.06.2014, 10:11 Uhr


Über Arzneimitteldiebstahl und Arzneimittelfälschungen wurde in den vergangenen Monaten mehrfach berichtet. Jetzt informiert die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), dass auch Mabthera® (Rituximab) und Avastin® (Bevacizumab) in Italien gestohlen worden sind.

Mitte April informierten die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und das Paul-Ehrlich Institut (PEI) über im Handel befindliche Fläschchen Herceptin® (Trastuzumab), die in Italien gestohlen, manipuliert und unter falschen Angaben wieder in die Vertriebskette gelangt waren. Zudem wurde bekannt, dass auch Chargen von Alimta® (Pemetrexed), Humatrope® (Somatropin) und Remicade® (Infliximab) betroffen waren. 

Jetzt wurde die AMK vom Sozialministerium Baden-Württemberg informiert, dass auch die Präparate Mabthera® (Rituximab) und Avastin® (Bevacizumab) in Italien gestohlen worden sind. Das PEI listet auf seiner Seite bereits die von der EMA übermittelten, vom Diebstahl betroffenen Chargen auf. Bisher gebe es keine Hinweise auf gesundheitliche Schädigungen durch Arzneimittel dieser Chargen.

Es wird vorsorglich um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten, und die AMK empfiehlt, bei der routinemäßigen Fertigarzneimittelprüfung (§ 12 ApBetrO) und bei der Abgabe von Mabthera® und Avastin® auf Auffälligkeiten zu achten, die auf eine Manipulation oder Fälschung hindeuten könnten. Dazu zählen auffällige Veränderungen an der Packung oder differierende Chargen-Nummern auf Primär- und Sekundärverpackung. Im Zweifelsfall soll die zuständige Überwachunsgbehörde und die AMK (www.arzneimittelkommission.de) informiert werden.


AMK/Dr. Carolina Kusnick


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