„Pille danach“ ohne Rezept

Die Linke lässt nicht locker

Berlin - 04.06.2014, 17:00 Uhr


Die Bundestagsfraktion Die Linke hält das Thema rezeptfreie „Pille danach“ am Köcheln. Nachdem sich die Länder kürzlich wieder dafür ausgesprochen haben, die Abgabe des Notfallkontrazeptivums ohne ärztliche Verschreibung in Apotheken zu ermöglichen, fordert die Linksfraktion die Bundesregierung jetzt in einem neuen Antrag auf, dieser Forderung des Bundesrats zu entsprechen.

Notfallkontrazeptiva mit dem Wirkstoff Levonorgestrel seien schnellstmöglich aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, so Die Linke. Die Fraktion verweist darauf, dass die „Pille danach“ auf Basis des Wirkstoffs Levonorgestrel in anderen europäischen Ländern rezeptfrei und komplikationslos in Apotheken gekauft werden kann. Auch in Deutschland sollte ein solcher niedrigschwelliger und schneller Zugang zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft ermöglicht werden. Die Linke verweist weiterhin darauf, dass die Europäische Arzneimittelagentur derzeit sogar einen Antrag auf Entlassung aus der Verschreibungspflicht für ein weiteres Notfallkontrazeptivum mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat prüfe. Und das, obwohl zu diesem Wirkstoff deutlich weniger Erfahrungen zu Risiken und Nebenwirkungen vorlägen.

Die Linke ist sicher, dass die Aufgabenübertragung auf die Apotheker kein Problem darstellt: „Erfahrungen der Nachbarländer mit Notfallkontrazeptiva auf Levonorgestrelbasis haben gezeigt, dass eine ärztliche Betreuung nicht erforderlich ist. Sowohl von Anwenderinnen als auch von der Apothekerschaft wird der rezeptfreie Verkauf positiv bewertet.“

Die Fraktionen der SPD, der Grünen und Linken haben in den Jahren 2012 bis 2014 immer wieder Vorstöße für eine rezeptfreie „Pille danach“ unternommen. Bei der Regierung, namentlich der Union, prallten diese jedoch stets ab. Dabei hatte sie bis 2012 noch den Bundesrat auf ihrer Seite. Seit 2013 gibt es aber in der Länderkammer eine Mehrheit für die Freigabe. Erst Ende 2013 hat der Bundesrat diese Haltung wieder bekräftigt. Ob Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dem Druck weiterhin standhalten wird, wird sich zeigen. Sicher wird es noch einige Diskussionen zum Thema geben. Am 2. Juli soll zu dem Antrag der Linksfraktion sowie einem ähnlichen der Grünen eine Anhörung im Bundestags-Gesundheitsausschuss stattfinden.


Kirsten Sucker-Sket


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