PTA-Schulen in Gefahr

Westfalen-Lippe: „Brisante Situation“

Berlin - 26.05.2014, 14:17 Uhr


Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres steht die Existenz der PTA-Schulen in Westfalen-Lippe auf der Kippe. Die Anmeldezahlen für den neuen Jahrgang sind so gering, dass auch weitere Schließungen nicht ausgeschlossen werden können. Aktuell liegen für die vier PTA-Schulen in Trägerschaft des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe nur 139 Anmeldungen vor. Dies reicht für den wirtschaftlichen Betrieb der Schulen nicht aus.

„Derzeit haben wir 139 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Ob diese Schüler/innen die Ausbildung bei uns aufnehmen, von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen oder sie in der Lage sein werden, dauerhaft das hohe Schulgeld zu entrichten, wird die Zeit hingegen erst zeigen. Diese Zahl verdeutlicht die Brisanz unserer derzeitigen Situation“, so Julia Gerszke vom Apothekerverband Westfalen-Lippe.

Nach den Sommerferien soll der neue PTA-Jahrgang starten. Dafür stehen 256 Schulplätze bereit. Um den Weiterbetrieb der Schulen zu sichern, muss die Zahl der Anmeldungen deutlich steigen. Eine exakte Deadline für den Schulbetrieb gibt es nicht. Das wirtschaftliche Überleben hängt von der Zahl der zahlungsbereiten und zahlungsfähigen Schüler ab. Denn auch aus dem zweiten Ausbildungsjahr melden sich immer mehr PTA-Schüler der Oberstufe ab, weil sie die monatlichen Ausbildungskosten nicht mehr tragen können.

Seit letztem Jahr müssen die überwiegend weiblichen PTA-Schüler 295 Euro monatlich Schulgeld zahlen. Hinzu kommen die Fahrtkosten zu den vier vom Trägerverband PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e.V. finanzierten PTA-Ausbildungsstätten in Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Paderborn und Siegen. Schon im letzten Ausbildungsgang musste das Schulgeld um 75 Euro angehoben werden, weil die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ihre Zuschüsse von 73 Euro je Ausbildungsplatz gestrichen hatte. Mit 295 Euro liegt das Schulgeld über dem Bafög-Satz. Dies hat bereits zu einem erheblichen Rückgang der Interessenten geführt. Die Bewerberzahl ist um rund 35 Prozent gesunken.

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Apothekerkammern und -verbände in NRW anlässlich einer Anhörung im NRW-Landtag nochmals gemeinsam auf die schwierige Situation an den PTA-Schulen hingewiesen: „Denn durch die Streichung der Fördermittel seitens der Landesregierung hat sich die Ausbildungssituation im letzten Jahr in eklatanter Weise verschärft“, heißt es darin. Das grundsätzliche Ziel müsse darin bestehen, die Finanzierung der PTA-Schullandschaft künftig nachhaltig und langfristig gemeinsam mit der Landesregierung sicherzustellen, betonten die Vertreter der Kammern und Verbände in NRW.


Lothar Klein


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