Stiftung Warentest testet Hämorrhoiden-Mittel

„Nur Lokalanästhetika sind geeignet“

Stuttgart - 22.05.2014, 16:00 Uhr


Obwohl jeder Zweite im Laufe seines Lebens unter Hämorrhoiden leidet, gehören sie zu den Tabuthemen. Viele Betroffene scheuen bei Beschwerden im Analbereich den Arztbesuch und behandeln sich mit OTC-Präparaten aus der Apotheke selbst. Aber helfen die tatsächlich? Stiftung Warentest hat Hammamelis und Co. unter die Lupe genommen.

Seit der Rücknahme der Bufexamac-haltigen Hämorrhoiden-Mittel ist das Angebot im OTC-Bereich überschaubar geworden: Rezeptfrei erhältlich sind

-  Lokalanästhetika-haltige Präparate mit Lidocain (z.B. Posterisan® akut) oder  Quinisocain (z.B. Haenal® akut),

-  Präparate mit Auszügen aus Hammamelis (z.B. Hametum® und Faktu® lind),

-  Präparate mit Bismutsalzen und Titandioxid (z.B. Mastu®)

-  sowie Präparate mit Jojobawachs, gelbem Bienenwachs und Cetylstearylisononanoat (z.B. Posterisan® protect).

Die meisten sind sowohl in Form von Salben sowie als Zäpfchen erhältlich.

Laut Stiftung Warentest sind allerdings nur die Lokalanästhetika-haltigen Präparate zur spezifischen Behandlung von Hämorrhoiden-Beschwerden geeignet. Salben und Zäpfchen mit Lidocain oder Quinsocain seien zwar gegen die Hämorrhoiden an sich machtlos, aber könnten Schmerzen lindern sowie den Juckreiz stillen, schreiben die Tester in ihrer Bewertung. Bei allen anderen Präparaten sei die Wirkung gegen akute Hämorrhoiden-Beschwerden nicht ausreichend belegt. Die Salben seien allenfalls zur Hautpflege geeignet, die Zäpfchen als Gleitmittel zur Erleichterung des Stuhlgangs. Ihre Überlegenheit gegenüber wirkstofffreien Mitteln für diese Zwecke sei allerdings ebenfalls nicht ausreichend nachgewiesen. Generell raten die Tester zur Abklärung von Juckreiz, Schmerzen oder Blutungen im Analbereich zum Arztbesuch. Für eine kausale Behandlung von Beschwerden, die durch Hämorrhoiden verursacht werden, ist der Gang zum Spezialisten ohnehin unumgänglich.

Den vollständigen Testbericht finden Sie hier.

Zum Weiterlesen:

Hämorrhoidalleiden: Endlich wieder entspannt sitzen können ...

Hämorrhoidalleiden: Weit verbreitet – am besten gleich operieren?; DAZ, 2013 - Ausgabe 28

Bufexamac-Stufenplanverfahren: Verzicht auf Bufexamac-Zulassung – Abverkauf bis Ende 2012?

Dermatika und Hämorrhoidenmittel: Auch die EMA empfiehlt den Widerruf der Bufexamac-Zulassung


Julia Borsch


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