Pharmazie-Studierende zum Leitbild-Prozess

BPhD: „Ausbildung muss weiterentwickelt werden“

Berlin - 21.05.2014, 09:57 Uhr


Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) kritisiert, dass im Leitbild-Entwurf das Pharmaziestudium zu kurz kommt: „Die Weiterentwicklung der Ausbildung hätte im Leitbild konkreter verankert werden müssen“, heißt es in einem offenen Brief an die ABDA und ihre Mitgliedsorganisationen.

Zwar begrüßt der Verband, der die Interessen der über 14.000 Studierende der Pharmazie und rund 1400 Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) vertritt, die Grundausrichtung des Leitbild-Entwurfs. Allerdings fehle „schlichtweg die Feststellung, dass die derzeitige Ausbildung bereits jetzt einen hohen Bedarf zur Weiterentwicklung besitzt“.

Aus Sicht des Verbands hätte hier vor allem eine Anpassung der Studiendauer diskutiert werden müssen. Das Pharmaziestudium sei bereits heute nicht mehr in der Lage, die in der Approbationsordnung festgelegten Inhalte in den vorgesehenen acht Semestern „in befriedigender Qualität“ zu vermitteln, heißt es in dem Brief. Diese Situation werde sich auch bis 2030 nicht entspannen, weshalb insbesondere dieser Aspekt Eingang in den Entwurf hätte finden müssen.

Das zweite Problem, das der BPhD sieht, ist das fehlende Wissen „Jungapprobierter“ um die Bedeutung der öffentlichen Apotheke. Im Studium fehle es an Zeit, diese Erkenntnis eigenständig zu entwickeln. Ebenfalls fehle die Zeit, das durch die Hochschule vermittelte Wissen adäquat aufzubereiten und für die Anwendung in der Apotheke zu optimieren.

Als „einzige Institution, deren Mitglieder sich täglich mit der pharmazeutischen Ausbildung beschäftigen“ sieht der BPhD keine Möglichkeit, wie junge Apothekerinnen und Apotheker die im Leitbild definierten Ziele umsetzen können, solange die Ausbildung nicht den neuen Anforderungen angepasst werde. Eine erfolgreiche Erfüllung des Leitbilds sei aber ohne Beteiligung des Berufsnachwuchses nicht vorstellbar.

Den offenen Brief im Wortlaut finden Sie hier oder unter www.bphd.de.


Dr. Benjamin Wessinger


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