ApoBank-Studie

Kooperationslust bei Fachärzten

Berlin - 30.04.2014, 14:26 Uhr


Immer mehr Fachärzte starten ihre freiberufliche Tätigkeit in einer Kooperation. Am meisten interessiert an einer gemeinsamen Berufsausübung sind Anästhesisten, Neurologen und Orthopäden. Dies zeigt die Existenzgründungsanalyse für Fachärzte 2012 der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (ApoBank).

Am kooperationsfreudigsten zeigten sich Anästhesisten (77,6%), Neurologen (70,5%), Orthopäden (70,4%), Internisten (69,1%), Augenärzte (69%) und Chirurgen (68,5%). „Insbesondere für geräteintensive Fachgruppen und Fachärzte mit hohem Bedarf an fachlichem Austausch ist die Kooperation ein attraktives Modell“, so Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der ApoBank. „Bei Neurologen erleben wir derzeit einen Kooperationsboom“, so Heßbrügge. Hier gebe es einen signifikanten Aufholbedarf, da die Kooperationsquote unter den bereits niedergelassenen Neurologen vergleichsweise gering ausfalle. 

Im Westen ließ sich mehr als jeder zweite Existenzgründer in einer Großstadt nieder (55,9%); im Osten war es etwas mehr als jeder dritte (36,5%). Eine Stadt mittlerer Größe wählten im Westen 28,7 Prozent, im Osten 36,9 Prozent. Für die Kleinstadt entschieden sich 13,6 Prozent im Westen und 21,2 Prozent im Osten. Eine Praxis auf dem Land wählten 1,8 Prozent der Existenzgründer in den alten Bundesländern und 5,5 Prozent in den neuen.

Neben dem Gründungsverhalten gibt die ApoBank-Existenzgründungsanalyse auch Aufschluss über Investitionsvolumina ausgewählter Facharztgruppen: Für die Übernahme einer Einzelpraxis mussten Orthopäden in Westdeutschland 354.000 Euro investieren. 2012 investierten Gynäkologen für die Übernahme einer Einzelpraxis im Westen durchschnittlich 195.000 Euro. Im Osten lag das Investitionsvolumen bei 146.000 Euro. Für eine Einzelpraxis-Neugründung im Westen mussten Psychotherapeuten 2012 im Schnitt 40.000 Euro einkalkulieren. Im Osten lag das Investitionsvolumen bei 25.000 Euro.


Lothar Klein


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