Apotheken in Österreich

APOdirekt: Über die Hälfte ist dabei

Berlin - 25.04.2014, 13:18 Uhr


Die Apotheken in Österreich beteiligen sich mehrheitlich an der vom Österreichischen Apothekerverband (ÖAV) initiierten Online-Plattform APOdirekt: Rund 700 von insgesamt 1.340 sind vom Start weg dabei, meldet der Verband. „Wir freuen uns, dass so viele Apotheken von Beginn an bei APOdirekt mitmachen“, erklärt ÖAV-Präsident Dr. Christian Müller-Uri. „Die Apotheken in Österreich haben die Zeichen der Zeit erkannt und holen die Kunden dort ab, wo sie sich gerne aufhalten, nämlich im Internet.“

Laut dem österreichischen statistischen Bundesamt „Statistik Austria“ sind acht von zehn Haushalten mit einem Internetzugang ausgestattet. Bereits 72 Prozent aller Österreicher informieren sich einer aktuellen Erhebung des Marktforschungsinstituts „Integral“ zufolge im Internet über Gesundheitsthemen. „Mit APOdirekt haben wir ein Angebot kreiert, das einerseits dem neuen Informationsverhalten der Konsumenten gerecht wird und andererseits die Nahversorger- und Beraterfunktion der Apotheken unterstreicht“, so Müller-Uri.

Dass der Versandhandel mit rezeptfreien Arzneimitteln in Österreich voraussichtlich im Jahr 2015 freigegeben werde, dürfte seiner Meinung nach auch das Problem mit Arzneimittelfälschungen weiter verschärfen. Bereits jetzt seien 95 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen Versand-Medikamente Fälschungen. Das neue Webportal, das der Österreichische Apothekerverband ein Jahr lang intensiv vorbereitete, setze daher „ein sichtbares Zeichen gegen die überhand nehmenden Arzneimittelfälschungen im Versandhandel“, betont der Verband.

„Laut aktueller Sempora-Studie sind 54 Prozent der Österreicher bereit, Produkte aus der Apotheke vorzureservieren und in der Vor-Ort-Apotheke abzuholen“, erklären Viktor Hafner und Christian Munser, die beiden APOdirekt-Projektmanager. Die genannten Gründe dafür sind ihrer Meinung nach nachvollziehbar: Das Produkt kann sofort mitgenommen und vor dem Kauf angefasst werden. Außerdem kann sich der Kunde beraten lassen. Häufig genannte Gründe gegen den Bezug von Arzneimitteln via Internet-Versand sind die Angst vor Fälschungen und die fehlende Beratung.


Juliane Ziegler


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