Apothekentest von Stiftung Warentest

Das sagen getestete Apotheker...

Berlin - 24.04.2014, 14:37 Uhr


Von großer Freude bis hin zu Unverständnis: Die Reaktionen der getesteten Apotheker auf die Ergebnisse des Beratungstests von Stiftung Warentest fallen durchaus unterschiedlich aus. DAZ.online hat in einigen Apotheken nachgefragt, ob die Betroffenen sich mit dem aktuellen Ergebnis identifizieren können.

Testsieger bei den Vor-Ort-Apotheken ist mit der Note „gut“ (1,8) das Apothekenteam der Marien-Apotheke in Hannover, insbesondere wegen ihrer soliden Beratung zu OTC-Präparaten. Unter den örtlichen Apotheken sei die Apotheke „mit Abstand am besten“, heißt es im Test. „Ich bin sehr stolz auf meine Leute“, erklärte Apothekerin Dr. Gisela Sperling. Das Ergebnis zeichne ab, wofür ihre Apotheke stehe. Ständig versucht Sperling gemeinsam mit ihrem Team daran zu arbeiten, noch besser zu werden. „Wir haben den Anspruch, gut zu sein.“ Und das nicht nur, weil die von ihr selbst beauftragten Pseudo-Customer-Testkäufe teilweise weniger positive Ergebnisse brachten, sondern insbesondere, weil „Apotheken nun mal für Beratung stehen“. Die Arbeit zahle sich nun aus.

Bei den Versandapotheken belegt die Deutsche Internet Apotheke (DIA) mit dem Qualitätsurteil „gut“ (2,0) Platz eins. Als einzige wies sie auf sämtliche Wechselwirkungen hin, und es wurden ausführliche Informationen dazu gegeben. DIA-Sprecher Philipp Heift zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Im letzten Apothekentest der Warentester 2010 habe das Unternehmen mit der Note 3,6 und einem „ausreichend“ deutlich schlechter abgeschnitten. Daraufhin zog die Internet-Apotheke Konsequenzen und ergriff Maßnahmen – Umstrukturierungen und Mitarbeiterschulungen. Dieser Einsatz habe sich gelohnt, bilanziert Heift. Er hält „Tests jeglicher Form für sehr sinnvoll“ – auch wenn es nur Stichproben sind. Unternehmen könnten dadurch Schlüsse ziehen und die Qualität der Beratung verbessern. Gerade Stiftung Warentest sei bei Verbrauchern anerkannt. Die DIA stünde dem Test des „renommierten Unternehmens offen gegenüber“ und akzeptiere das Ergebnis „gerne“.

Auf den hinteren Plätzen sieht man die Tests des Verbrauchermagazins dagegen weniger positiv. Die Apothekerin, die mit dem Qualitätsurteil „ausreichend“ (4,1) auf dem letzten Platz der Vor-Ort-Apotheken gelandet ist, hält von derlei Tests nach eigenen Angaben „überhaupt nichts“. Es handle sich dabei nur um Stichproben, letztlich solle sich aber jeder eine eigene Meinung bilden. Eine Stellungnahme von ZurRose – die sich bei den Versandapotheken auf dem letzten Platz befindet und als einzige Apotheke die Bewertung „mangelhaft“ (4,8) erhielt – war trotz mehrfacher Versuche und Anfragen bislang nicht zu erhalten.


Juliane Ziegler/Annette Lüdecke