„Vorbeugen. Schützen. Impfen.“

WHO will Impfquoten verbessern

Berlin - 17.04.2014, 10:57 Uhr


Nach Ostern findet die Europäische Impfwoche 2014 (EIW) statt. Unter dem Motto „Impfen fürs Leben“ werden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Aktivitäten angeboten, um über die Bedeutung von Schutzimpfungen zu informieren. Ziel ist es, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und so höhere Durchimpfungsraten zu erreichen. Denn noch sind die Impfquoten nicht so, wie es sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Institutionen wünschen.

„Impfen ist eine der großen Errungenschaften der Medizin. Es ist deshalb wichtig, den Impfschutz der Bevölkerung weiter auszubauen“ sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich der am 22. April 2014 startenden Impfwoche.

In einer gemeinsamen Erklärung weisen das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass die Impfquoten der Schulanfänger in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Dennoch müssten sie bei den Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B weiter verbessert werden. „Problematisch sind vor allem die Masern-Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch die zu geringen Impfquoten für Influenza- und Pneumokokken-Schutzimpfung bei Älteren und chronisch Kranken“, so RKI-Präsident Reinhard Burger.

Beispiel Masern: Hier lagen die Impfquoten bei Schulanfängern im Jahr 2012 für die erste Masernimpfung bundesweit bei 96,7 Prozent – und erstmals in allen Bundesländern bei über 95 Prozent. Allerdings: Für die entscheidende zweite Masernimpfung wurde die Quote von 95 Prozent nur in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erreicht. Der Bundesdurchschnitt für die zweite Masernimpfung lag bei 92,4 Prozent. Es müsste jedoch zwei Mal eine Quote von 95 Prozent erreicht werden, damit sich ein eingeschlepptes Masernvirus nicht verbreiten kann, so BMG und RKI. Diese Quote ist auch Zielwert der WHO: Sie will in der WHO-Region Europa bis 2015 die Masern und Röteln eliminieren.

Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sorgen immer wieder für Masern-Ausbrüche. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2010 die Masern-Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, sofern sie nicht oder nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist. Besonders wichtig ist der Masernimpfschutz für Personen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von immungeschwächten Menschen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist vor allem um einen besseren Impfschutz gegen Masern bemüht. Sie verweist auf die so genannte Herdenimmunität, die auch einzelnen Ungeimpften Schutz bietet. Beispielsweise Menschen, die aufgrund einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden dürfen. Wie das Prinzip der Herdenimmunität genau funktioniert, zeigt eine Animation auf der BZgA-Internetseite. Mittels eines Simulators kann man dort eine fiktive Impfquote selbst festlegen und so virtuell erfahren, wie die geimpfte Gemeinschaft einzelne Menschen vor Masern schützen kann.

Weitere Informationen rund ums Thema Impfen finden Sie auf folgenden Webseiten:

Das Internetportal der BZgA zum Impfen: www.impfen-info.de

Informationen des BMG: www.bmg.bund.de/praevention/frueherkennung-und-vorsorge/impfungen.html

Fachinformationen des RKI und Empfehlungen der STIKO: www.rki.de/impfen

WHO-Website zur Europäischen Impfwoche: http://eiw.euro.who.int/

Zudem hat die WHO in einem pdf-Dokument sieben Gründe zusammengefasst, weshalb Impfungen in Europa weiterhin hohe Priorität haben.


Kirsten Sucker-Sket


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