Medulläres Schilddrüsenkarzinom

Erstattungsbetrag für Vandetanib vereinbart

Berlin - 24.03.2014, 15:14 Uhr


AstraZeneca und der GKV-Spitzenverband haben sich auf einen Erstattungsbetrag für das seit Februar 2012 in Deutschland verfügbare Vandetanib (Caprelsa®) geeinigt. Vandetanib ist die erste zugelassene medikamentöse Therapie bei aggressivem und symptomatischem, nicht resektablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem medullärem Schilddrüsenkarzinom.

„Die medulläre Variante des Schilddrüsenkarzinoms ist eine sehr seltene Erkrankung, an der in Deutschland jährlich nur etwa 200 bis 500 Patienten neu erkranken“, erläutert Dirk Greshake, Geschäftsführer AstraZeneca Deutschland. „Die erfolgreich abgeschlossene Preisverhandlung mit dem GKV-Spitzenverband ist für Betroffene, für die es lange Zeit keine zugelassene systemische Therapie gab, eine sehr gute Nachricht. Mit Vandetanib können wir eine therapeutische Lücke schließen.“

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sah für Vandetanib in einem ersten Beschluss zur frühen Nutzenbewertung zunächst keinen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Als diese hatte er „Best-Supportive-Care“ festgelegt – also eine Therapie, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet. Grund der negativen G-BA-Einschätzung vom September 2012 war, dass AstraZeneca im eingereichten Dossier nicht die erforderlichen Nachweise zum Zusatznutzen vorgelegt hatte. AstraZeneca beantragte daraufhin eine erneute frühe Nutzenbewertung, für die es neue Daten einreichte. Am 9. September 2013 fasste der G-BA einen zweiten Beschluss zu Vandetanib und attestierte dem Zytostatikum einen Anhaltspunkt auf einen geringen Zusatznutzen. Diesen Beschluss befristete das Gremium bis zum 5. September 2016.

Wie hoch der nun ausgehandelte Erstattungsbetrag ist, ist nicht veröffentlicht. Der ursprüngliche Listenpreis lag laut GKV-Spitzenverband bei 52.654,06 Euro (Jahrestherapiekosten).


Kirsten Sucker-Sket