Patientendaten

G-BA: Sozialdaten als Säule der Qualitätssicherung

Berlin - 21.03.2014, 10:55 Uhr


Die bei den Krankenkassen vorhandenen Patientendaten werden künftig in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung eine größere Rolle spielen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dafür mit einer Richtlinie die Voraussetzungen geschaffen. Die Möglichkeit, bei Qualitätssicherungsverfahren auf Versichertenstamm- und Abrechnungsdaten der Krankenkassen zurückgreifen zu können, hatte der Gesetzgeber durch eine Änderung des Fünften Sozialgesetzbuches eröffnet.

In seiner Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) hat der G-BA nun verankert, dass – neben Daten aus Dokumentationen und Patientenbefragungen – auch Krankenkassendaten für die Messung von Versorgungsqualität genutzt werden können. „Diese teilweise besonders schutzbedürftigen Daten müssen dafür in geeigneter Weise entgegengenommen, geprüft, ggf. pseudonymisiert und an eine Auswertungsstelle übermittelt werden“, so der G-BA in einer Mitteilung. Die Regelungen beinhalteten auch das Datenflussverfahren, die am Datenfluss beteiligten Stellen sowie deren jeweiligen Einsichtsrechte und Aufgaben.

„Die Qualitätssicherung kann auf Grundlage dieses G-BA-Beschlusses künftig auf drei sich ergänzenden Datengrundlagen aufbauen: Auf QS-Dokumentationen, Sozialdaten und Patientenbefragungen“, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung. Der G-BA hat den gesetzlichen Auftrag (§ 137 und § 137a SGB V), einrichtungsübergreifende, an der Ergebnisqualität ausgerichtete Maßnahmen zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu beschließen. Diese ermöglichen sogenannte Längsschnittbetrachtungen von medizinischer Behandlungsqualität im ambulanten und klinischen Bereich. Unter Nutzung eines Pseudonyms werden verschiedene Datensätze derselben Patientin oder desselben Patienten aus unterschiedlichen Behandlungsorten, Sektoren und Behandlungszeiten zusammengeführt.


Lothar Klein


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