Welt-Tuberkulose-Tag

Die ersten neuen TB-Arzneimittel nach 19 Jahren

Berlin - 21.03.2014, 14:04 Uhr


Anlässlich des bevorstehenden Welt-Tuberkulose-Tags am 24. März weist der Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) darauf hin, dass in diesem Jahr voraussichtlich drei neue Medikamente gegen Tuberkulose auf den Markt kommen werden. Das ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, weil dem eine lange Zeit der Forschung und Entwicklung vorausging: Das letzte TB-Medikament (Rifabutin) kam 1995 auf den Markt.

Tuberkulose ist in vielen Regionen der Erde ein großes und durch Resistenzen immer schwierigeres Gesundheitsproblem. Und das trotz sinkender Fallzahlen. Auch in Deutschland erkranken jährlich mehr als 4.000 Menschen an der Infektionskrankheit. Die Erreger sind Mycobakterien. In den meisten Fällen lässt sich Tuberkulose zwar mit älteren Medikamenten-Kombinationen ausheilen. Aber es breiten sich Erreger-Stämme aus (MDR-TB und XDR-TB) aus, die gegen mehrere oder gar die meisten Mittel Resistenzen entwickelt haben. Deshalb besteht dringender Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten.

Anfang März hat ein erstes TB-Arzneimittel (Wirkstoff: Bedaquilin) die EU-Zulassung erhalten. Für ein weiteres Medikament mit neuem Wirkstoff (Delamanid) und für eine neue Darreichungsform für einen bereits bekannten Wirkstoff (Para-Aminosalicylsäure in einem magensaftresistenten Granulat) steht die Zulassung laut vfa unmittelbar bevor. Alle drei Arzneimittel können als Teil von Kombinationstherapien multiresistente TB-Bakterien abtöten.

vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer freut sich über die neue Hoffnung für die betroffenen Patienten. Sie betont aber zugleich: „Auch wenn schon bald die Einführung neuer Medikamente und neuer Kombinationstherapien gelingt, ist Tuberkulose keineswegs absehbar besiegt“. Viele Jahre weiterer Forschungsarbeit seien nötig, um festzustellen, wie sich die neuen Medikamente möglichst wirksam und verträglich einsetzen lassen. Auch könne nur da sinnvoll behandelt werden, wo geeignete Möglichkeiten für die Diagnose und Patientenversorgung geschaffen worden seien. „Wir hoffen deshalb, dass sich Deutschland künftig wieder stärker am internationalen Kampf gegen TB beteiligt", so Fischer.

Eine Tabelle der TB-Medikamente in Entwicklung finden Sie auf der Webseite des vfa: www.vfa.de/tb.



Kirsten Sucker-Sket


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