Bundesverband der pharmazeutischen Industrie

BPI: Dialog jetzt starten!

Berlin - 20.03.2014, 15:31 Uhr


Die schwarz-rote Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag einen „ressortübergreifenden Dialog unter Beteiligung von Wissenschaft und Arzneimittelherstellern“ versprochen, um den Standort Deutschland für Forschung und Produktion zu stärken. Beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erwartet man nun, dass dieser Dialog schnellstmöglich aufgenommen wird.

Beim heutigen BPI-Unternehmertag in Berlin beteuerte auch der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Lutz Stroppe, dass der angekündigte Dialog bald starten soll – und die Industrie solle von Anfang an dabei sein. Geplant ist, auch das Forschungs- und Wirtschaftsministerium einzubeziehen. Aus Sicht des BPI müsste auch noch das Finanz- und das Umweltministerium mit an den Tisch. Die Bedeutung des Finanzministers zeige sich schon dadurch, dass der Steuerzuschuss für die GKV trotz gesetzlicher Zusagen Jahr für Jahr auf dem Prüfstand stehe. Das Umweltministerium sei vonnöten, da es einige klinische Studien gebe, die mit Röntgenstrahlung einhergingen. Diese müssten ein „episches Genehmigungsverfahren“ durchlaufen, so der BPI-Vorsitzende Dr. Bernd Wegener. Ein Problem, das dringend gelöst werden müsste.

Wegener fordert, den Dialog noch im ersten Halbjahr 2014 aufzunehmen. Denn die Industrie sei bereits in einer „fünf-vor-zwölf“-Situation – unter anderem wegen des anhaltenden Preismoratoriums. „Wenn wir erst 2015 oder 2016 starten, ist dieser Dialog schon vom ersten Tag an Makulatur.“ Inhaltlich erwartet man beim BPI, dass auch Erstattungsfragen Thema sein müssen. Wer tatsächlich den Anspruch habe, Produktion und Forschung am Standort Deutschland zu fördern, oder besser gesagt überhaupt zu sichern, müsse sich neben Versorgungsfragen auch unbedingt mit der Frage der Erstattung auseinandersetzen. Für viele Arzneimittel sei die Erstattung mittlerweile so gering, „dass eine Produktion kaum noch wirtschaftlich darstellbar ist“, so Wegener. Er hofft daher sehr, dass der Dialog von der Politik ernst genommen und mit den Arzneimittelherstellern auf Augenhöhe geführt wird – und dass er am Ende wirklich hilft, den Standort Deutschland für Produktion und Forschung zu sichern.


Kirsten Sucker-Sket


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