Pharmazie in Leipzig

Uni immatrikuliert zum WS 2014/15

Berlin - 19.03.2014, 09:39 Uhr


Noch immer steht nicht fest, ob es an der Universität Leipzig auch in Zukunft ein Pharmazeutisches Institut geben wird, zur Schließung gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Vorerst können sich Pharmazieinteressierte aber weiter in Leipzig einschreiben: Zum kommenden Wintersemester 2014/15 wird die Uni in der Pharmazie immatrikulieren, bestätigte ein Sprecher DAZ.online. Die Anzahl der Studienplätze werde derzeit noch berechnet. Auf politischer Ebene wird derweil weiter gestritten.

Ende Januar war die Zukunftsfrage des Pharmazeutischen Instituts Leipzig erneut Thema einer Landtagsdebatte. Dr. Gerhard Besier von der Linksfraktion kritisierte, die Situation sei „wie ein kleines Stuttgart 21“: Erst jetzt, da die Folgen des 2010 verabschiedeten Hochschulentwicklungsplans spürbar würden, rege sich Widerstand. Die Autonomie der Hochschulen begrenze sich auf die Frage, wo das Messer angesetzt werden solle. Mit rund 40 Prozent der Kürzungsvorgaben sei die Uni Leipzig besonders hart getroffen – sie müsse ganze Fakultäten streichen: Von der über 600 Jahre alten Volluniversität bleibe dann nur noch ein „Torso“. Das sei ganz klar eine Fehlentwicklung – und der Löwenanteil der Stellenstreichungen stehe erst noch bevor.

Geert Mackenroth (CDU) hielt dem entgegen, die Autonomie der Hochschulen sei keine Gefahr, sondern eine Chance, „im globalen Wettbewerb zu bestehen, marktfähig zu bleiben und sich weiterzuentwickeln“. Sie kritisierte allerdings die mangelnde Kommunikation der Leipziger Rektoratsleitung, die Entscheidungen würden dort offenbar nicht in Absprache mit den Fakultäten, sondern „einsam“ getroffen. Auch die SPD hält nicht die Autonomie für das Problem, sondern die von CDU und FDP beschlossene Kürzung von 1042 Stellen. Die Verantwortung werde unter dem Deckmantel der Hochschulautonomie auf die Hochschulen abgeschoben, kritisierte Holger Mann.

Schorlemer erklärte, keine Hochschule habe ihr gegenüber geäußert, in einer „Autonomiefalle“ zu sein. Die Uni Leipzig habe eigene strukturelle Überlegungen angestellt. Künftig werde die Uni außerdem stärker mit der Universität Halle-Wittenberg zusammenarbeiten, das sei bereits mit dem Ministerkollegen in Sachsen-Anhalt beschlossen. Einen Tag nach der Debatte betonte die Universität Leipzig, der geforderte Stellenabbau komme „Amputationen gut funktionierender Muskelgruppen“ gleich. Die Landesregierung müsse „einen Paradigmenwechsel in der Hochschulpolitik vornehmen“, forderte Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung. „Man kann hier nicht ernsthaft von autonomen Entscheidungen unsererseits sprechen“, so Schwarz. Echten Spielraum beim Stellenabbau gebe es faktisch nicht mehr.


Juliane Ziegler


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