Geschäftszahlen 2013

PKV: Geschäft mit Vollversicherungen schrumpft

Berlin - 12.03.2014, 11:23 Uhr


Die privaten Krankenkassen haben im vergangenen Jahr einen Rückgang bei ihren Kunden mit Vollversicherungen hinnehmen müssen. Auf der anderen Seite legte das Geschäft mit Zusatzversicherungen zu. Zufrieden zeigt sich der PKV-Verband auch mit dem Neugeschäft mit geförderten Pflegezusatzversicherungen.

­­In der Krankheitsvollversicherung habe die anhaltende Diskussion über die Zukunft des Gesundheitssystems im Bundestagswahlkampf bei vielen potenziellen Kunden zu einer abwartenden Haltung geführt, beklagt der PKV-Verband. Auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes habe die Versichertenzahlen negativ beeinflusst: Die Zahl der Arbeitnehmer sei gegenüber dem Vorjahr um 298.000 Personen gestiegen, während die Zahl der Selbstständigen um 65.000 zurückgegangen sei. „Dabei mussten sich viele vormals Selbstständige bei einer Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze nun aber zwangsläufig gesetzlich versichern“, so der Verband. Zugleich habe wie im Vorjahr auch die Abkehr des Großteils der Branche von sogenannten „Billigtarifen“ – also der bewusste Verzicht auf ein ganzes Marktsegment – den Neuzugang verglichen mit früheren Jahren gedämpft. Als Ergebnis dieser Sondereffekte sei der Bestand in der Krankheitsvollversicherung 2013 leicht auf 8,89 Millionen Personen gesunken. Das sind 0,7 Prozent oder 66.300 weniger Versicherte als Ende 2012.

Positiv verlief das PKV-Geschäft mit den neuen staatlich geförderten Pflegetarifen: „Ein Jahr nach Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung können wir voller Stolz sagen: Das neue Produkt erfüllt eindeutig das Ziel des Gesetzgebers, die Bürger stärker vor einer finanziellen Überforderung im Pflegefall zu schützen und zu mehr nachhaltiger Vorsorge zu motivieren“, so der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, bei der Vorstellung der vorläufigen Branchenzahlen für das Jahr 2013 in Berlin. 

So wurden im Jahr 2013 allein 353.400 geförderte Pflegezusatzversicherungen abgeschlossen. Dazu kommen noch 174.100 ungeförderte Policen, sodass der Gesamtbestand an Pflegezusatzversicherungen um mehr als eine halbe Million auf insgesamt über 2,7 Millionen Versicherungen anstieg. „Das ist ein enormes Wachstum um fast ein Viertel des Bestands“, so Laue.

Auch insgesamt sei das Neugeschäft der Privaten Krankenversicherung im Jahr 2013 deutlich gewachsen: Die Zahl der Verträge stieg auf insgesamt 32,4 Millionen Versicherungen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 2,0 Prozent auf 23,5 Millionen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, sei ungebrochen.

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2013 um 0,7 Prozent auf insgesamt 35,9 Milliarden Euro. Ursachen für dieses geringe Wachstum seien unter anderem die moderate Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen sowie ein bilanzieller Sondereffekt im Zuge der Einführung des sogenannten Notlagentarifs. Die Versicherungsleistungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen hingegen laut PKV um 4,2 Prozent auf insgesamt 24,3 Milliarden Euro. Die Alterungsrückstellungen erhöhten sich bis Ende 2013 auf 190 Milliarden Euro – 164 Milliarden Euro in der Krankenversicherung und 26 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Das sei ein solider Anstieg um 8,4 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent).


Lothar Klein


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