Darmkrebsmonat März

Präventionsangebote der Krankenkassen nutzen

Berlin - 04.03.2014, 16:13 Uhr


Der Monat März ist – bereits seit zwölf Jahren – Darmkrebsmonat. Mit verschiedenen Aktionen wollen die an der Initiative Beteiligten auf das Thema Darmkrebs sowie Vorsorge- und Früherkennungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml ruft zu verstärkter Vorsorge auf: „Wenn Darmkrebs rechtzeitig erkannt wird, ist er meistens heilbar. Deshalb sollten die Präventionsangebote der Krankenkassen genutzt werden“, so Huml.

Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und seltenere Krebserkrankungen des Afters zusammengefasst. Im Jahr 2010 erkrankten mehr als 62.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, rund 26.000 starben. Das geht aus Zahlen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut in Berlin hervor. Damit ist Darmkrebs nicht nur die zweithäufigste Krebsneuerkrankung, sondern auch die zweithäufigste Todesursache durch Krebs, wie die Felix Burda Stiftung, unter Berufung auf Daten des Robert Koch-Instituts, mitteilte.

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung können seit 2003 gesetzlich Krankenversicherte im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen (Hämokkult-Test). Der Anspruch auf eine Koloskopie besteht ab einem Alter von 55 Jahren. Ist der Befund unauffällig, haben Versicherte nach zehn Jahren einen Anspruch auf eine erneute Darmspiegelung. Alternativ zur Koloskopie können Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren alle zwei Jahre den Hämokkult-Test durchführen lassen, der bei einem auffälligen Befund durch Koloskopie abgeklärt wird. Für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko liegen abweichende Empfehlungen vor.

In Bayern soll die Darmkrebsvorsorge durch ein Modellprojekt in den Fokus gerückt werden: In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und der Techniker Krankenkasse werde in den kommenden drei Jahren an rund 100.000 gesetzlich Versicherte im Alter von 50 und 55 Jahren Informationsmaterial über die Darmkrebs-Früherkennung zugeschickt. „Die bayerischen Erfahrungen können das Fundament für ein bundesweites, flächendeckendes Darmkrebs-Screening sein. Bayern übernimmt damit eine Vorreiterrolle zum Wohle der Patientinnen und Patienten", erläutert Ministerin Huml.

Auch Apotheker können zum Thema Darmkrebsvorsorge informieren und aufklären, erklärt die Felix Burda Stiftung, die den Darmkrebsmonat im Jahr 2002 ins Leben rief. Auf ihrer Internetseite stellt die gemeinnützige Initiative Material für eine Darmkrebsvorsorge-Aktion in der Apotheke zur Verfügung. Unter dem von der Stiftung in diesem Jahr ausgerufenen Motto „...aus Liebe zur Vorsorge!“ engagieren sich Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen. Dazu gehört auch das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPiG), welches mit der Felix Burda Stiftung kooperiert.

Weitere Informationen zu den Aktionsmaterialien finden Sie hier.


Annette Lüdecke


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