Geschäftsjahr 2013

Sanofi: Optimistisch trotz weniger Gewinn

Berlin - 06.02.2014, 16:44 Uhr


Der Pharmakonzern Sanofi musste 2013 einen Gewinneinbruch wegstecken. Dennoch blickt Konzernchef Christopher Viehbacher durchaus optimistisch in die Zukunft – dafür sorgte ein gutes viertes Quartal bei den Franzosen. Neben dem Geschäft mit Antidiabetika sollen Schwellenländer weiter für Schwung sorgen. Viehbacher erwartet, dass Sanofi 2014 die Auswirkungen von Patentverlusten für die Krebsmittel Taxotere® oder Eloxatin® weniger zu spüren bekommen wird.

2013 war der Gewinn auch wegen höherer Abschreibungen um 24 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro abgesackt. Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf rund 33 Milliarden Euro – hier machten sich nicht zuletzt negative Währungseffekte bemerkbar. In den Schwellenländern, die rund ein Drittel zum Konzernumsatz beitrugen, stiegen die Erlöse im Gesamtjahr um 4,4 Prozent. In Westeuropa und den USA war der Umsatz rückläufig.

Ein kräftiges Wachstum verbuchte Sanofi mit den Diabetesmitteln Lantus® und Apidra®. Lantus® ist mit einem Umsatz von 5,7 Milliarden Euro das mit Abstand wichtigste Präparat im Arzneimittelsortiment der Franzosen – es legte 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zu. Dafür sorgten vor allem der Absatz in den USA und den Schwellenländern. Die Apidra®-Umsätze stiegen sogar um 32 Prozent – allerdings auf insgesamt „nur“ 288 Millionen Euro. In Europa ist Lantus® bis 2014 und in den USA bis Februar 2015 noch vor generischer Konkurrenz geschützt. Insgesamt verzeichnete das Diabetesgeschäft von Sanofi 2013 ein Plus von 18,7 Prozent auf 6,6 Millionen Euro.

Keine nennenswerten Veränderungen gab es 2013 im Impfstoffgeschäft, der Umsatz sank um 0,1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Um 5,3 Prozent rückläufig waren die Umsätze im Tierarzneimittelsegment – sie beliefen sich 2013 auf 2 Milliarden Euro. 

Um den Wegfall der Patente für seine Blockbuster auszugleichen, setzt der Sanofi-Chef seit seinem Amtsantritt 2008 auf den Ausbau der Geschäfte mit Biotechnologie, Diabetes, Impfstoffen, rezeptfreien Medikamenten, Tiermedizin sowie der Präsenz in Schwellenländern. Diese Felder stehen mittlerweile für 73 Prozent des Umsatzes (2008: 43 Prozent).

Die 2011 erfolgte Übernahme von Genzyme, einem auf seltene Erbkrankheiten spezialisierten US-amerikanischen Biotech-Unternehmen, war eine der wichtigsten Etappen für die strategische Wende. Auch im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten kann sich Viehbacher Zukäufe vorstellen: „Wir würden die Sparte Consumer Healthcare gerne durch Übernahmen ausbauen.“

Nicht so rund lief es zuletzt mit der Zulassung neuer Medikamente: Ende Dezember bekam Genzyme in den USA vorerst keine Zulassung für sein – hierzulande vor allem wegen seines Preises umstrittenes – Multiple-Sklerose-Medikament Lemtrada® (Alemtuzumab).


Kirsten Sucker-Sket/dpa


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