Neujahrsempfang Apothekerverband Köln

Preis: Honorar kontinuierlich anpassen

Köln - 17.01.2014, 14:07 Uhr


Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, hat sich für eine kontinuierliche Anpassung des Apothekenhonorars ausgesprochen. Beim Neujahrsempfang des Apothekerverbands Köln, dem Preis ebenfalls vorsteht, betonte er zudem, dass es wichtig sei, künftig enger mit Ärzten zusammenzuarbeiten.

In seinem Statement trat Preis gegenüber den geladenen Gästen – darunter auch Vertreter der Kassen und der Landespolitik – zunächst dem Eindruck entgegen, den Apotheken vor Ort gehe es gut.  „Wir haben nach wie vor mit einer steigenden Anzahl an Apothekenschließungen zu kämpfen“, betonte er. Allein in Köln hätten in den letzten fünf Jahren über fünf Prozent der Apotheken schließen müssen.

Preis verwies darauf, dass der wirtschaftliche Druck in Anbetracht der ständig gestiegenen bürokratischen Anforderungen enorm sei. Daran könnten auch die begrüßenswerten Anpassungen beim Honorar und bei der Notdienstvergütung nichts ändern. Gerade vor dem Hintergrund künftig weiter zunehmender Anforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringe, forderte Preis: „Wir brauchen wie Krankenhäuser und Ärzte eine kontinuierliche Anpassung unseres Honorars. Nur so können wir künftig eine flächendeckende Versorgung weiter auf qualitativ hohem Niveau sicherstellen.“ Zudem sei eine Erhöhung der BtM-Gebühr ebenso überfällig wie eine höhere Vergütung bei der Rezepturherstellung.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Preis: In unserer immer älter werdenden Gesellschaft sei die Zusammenarbeit mit den Ärzten besonders wichtig. Er verwies dabei auf die Bevölkerungsstudie des IFH Köln, in der über 80 Prozent eine stärkere Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker gefordert hatten.

So sieht es auch der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Roland Adelmann, der selbst Mediziner ist. Er hob in seinem Grußwort die Arzneimitteltherapiesicherheit als zentrales Zukunftsthema hervor. Eine gute Beratung durch qualifizierte Fachleute in Apotheken sei eine entscheidende Voraussetzung, um AMTS sicherzustellen. Apotheken hätten hier eine wichtige Lotsenfunktion, die noch ausgebaut werden müsse.

Adelmann bekräftigte zudem das „eindeutige Ja“ zum Fremd- und Mehrbesitzverbot im Apothekenmarkt. Und er positionierte sich klar zum Thema rezeptfreie „Pille danach“: „Medizinisch gibt es keinen Grund, warum Sie als Apotheker die Pille danach nicht genauso beraten könnten wie Mediziner“, so Adelmann.


DAZ.online