Sachsen-Anhalt

Forderungskatalog für Gröhe

Berlin - 16.01.2014, 09:11 Uhr


Insbesondere drei Dinge erwarten die Apotheker Sachsen-Anhalts vom neuen Bundesgesundheitsminister: Dass er das Problem des fehlenden pharmazeutischen Nachwuchses angeht, etwas gegen Lieferengpässe unternimmt und für Entlastung in Sachen Bürokratie sorgt: Für das neue Jahr wünsche man sich von Hermann Gröhe, dass „endlich einmal im bürokratischen Dschungel rund um die Arzneimittelversorgung ‚Klarschiff‘ gemacht wird“, so Kammerpräsident Dr. Jens-Andreas Münch.

Die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe der Apotheker, die Arzneimittelversorgung und eine umfassende Beratung zur richtigen Anwendung, werde derzeit von einer Vielzahl zeitraubender bürokratischer Auflagen belastet – insbesondere in den Vertragsbeziehungen mit der GKV. So bedeute etwa die ständige Korrektur von Rezepten zusätzliche Wartezeit für den Patienten und sei für Ärzte und Apotheker zeit- und nervenaufreibend. „Daher sollte der neue Bundesgesundheitsminister dafür Sorge tragen, dass die Bürokratie auf ein akzeptables Maß zurückgeht“, fordert der stellvertretende Verbandsvorsitzende Dr. Jens Prantz.

Kammer und Verband verweisen außerdem darauf, dass zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung auch gehöre, Arzneimittel möglichst umgehend abgeben zu können. Rabattverträge aber verursachten immer wieder Lieferengpässe – inzwischen auch im ambulanten Bereich. „Oft ist ein hoher zeitlicher und logistischer Aufwand erforderlich, um die Patienten dennoch ordnungsgemäß zu versorgen“, betont Münch. Dabei gehe wertvolle Zeit für die eigentliche Aufgabe des Apothekers verloren. Gröhe solle daher die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Apotheker sich „als freier Heilberuf wieder mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können“.

Des Weiteren warnen die Sachsen-Anhalter, dass der demografische Wandel auch vor Apotheken nicht halt mache: Die Offizinen bräuchten in den kommenden Jahren mehr gut ausgebildeten Nachwuchs. Apotheker seien als hochqualifizierte Fachleute für Arzneimittel in der Lage und auch willens, ihr Wissen noch stärker in Beratung und Prävention einzubringen – zum Wohl der Patienten, für eine noch bessere und effektivere Arzneimitteltherapie in Zusammenarbeit mit allen Heilberuflern. Doch dafür benötigten sie ausreichend qualifizierte Kräfte, mahnen Kammer und Verband. Insoweit müsse etwa der einzige Hochschulstandort für Pharmazie in Sachsen-Anhalt ausgebaut werden.


Juliane Ziegler