Influenza

Erster Todesfall in Baden-Württemberg

Stuttgart - 16.01.2014, 15:13 Uhr


Zwar beginnt die Influenza-Welle in Baden-Württemberg in diesem Jahr spät und die Zahl der Erkrankten steigt nur langsam. Das sollte aber nicht über die Gefahren der echten Virus-Grippe täuschen: Das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart berichtete vom ersten Todesfall im Zusammenhang mit einer Influenza-Erkrankung.

Eine Frau (ca. 30 Jahre alt), die zusätzlich zur Influenza auch an einer bakteriellen Infektion erkrankt war, verstarb an einer tödlich verlaufenden Lungenentzündung. Ein solches Zusammentreffen von Virusgrippe und nachfolgender bakterieller Infektion, die sich aufgrund grippegeschwächter Immunabwehr leichter ausbreiten kann, ist als Komplikation besonders gefürchtet, so das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart. Seit Jahresbeginn wurden in Baden-Württemberg 22 durch Laboruntersuchungen bestätigte Erkrankungen an echter Virusgrippe vom Typ Influenza A gemeldet. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum mit 86 Erkrankten fast viermal so viele Fälle. Möglicherweise trägt der bisher milde Verlauf des Winters zu einem langsamen Verlauf der winterlichen Influenza-Welle bei. Bundesweit sind die Werte des Praxisindex für akute Atemwegserkrankungen (ARE) in der 2. KW 2014 im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken, die Werte der Konsultationsinzidenz sind gestiegen. Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen lag bundesweit insgesamt im Bereich der Hintergrund-Aktivität. Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) waren in der 2. Kalenderwoche 2014 bei 50 eingesandten Proben drei (6%) positiv für Influenza A(H3N2) sowie eine (2%) für Influenza A(H1N1)pdm09. In jeweils drei Proben wurden Respiratorische Synzytial-Viren oder humane Metapneumoviren nachgewiesen. Für Rhinoviren gab es sechs, für Adenoviren fünf Nachweise.

Auch in anderen Teilen Europas ist die Lage ruhig: Von den 29 Ländern, die für die 1. Kalenderwoche 2014 Daten an das Europäische Influenza Surveillance Netzwerk (EISN) sandten, berichteten 28 Länder über eine geringe klinische Influenza-Aktivität (niedrigster Wert der Aktivitätseinstufung). Spanien meldete eine mittlere klinische Influenza-Aktivität. Während Bulgarien, Irland, Malta, Portugal, Spanien und das Vereinigte Königreich über einen steigenden Trend berichteten, wurde ein sinkender Trend in Polen beobachtet. Alle anderen Länder berichteten einen stabilen Trend.

In Baden-Württemberg wird die Grippeschutzimpfung gegen Influenza ohne Einschränkung öffentlich empfohlen. Die zirkulierenden Influenzaviren gehören überwiegend den Typen A(H1N1)pdm09 oder A(H3N2) an und werden vom aktuellen Impfstoff gut erfasst. Auch sei der Impfstoff in ausreichender Menge verfügbar. Nach Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts wurden bis zum 29. November 2013 rund 21,8 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff freigegeben.

Quelle

Pressemitteilung des Landesgesundheitsamts im Regierungspräsidium Stuttgart vom 16. Januar 2014.

Influenza-Wochenbericht der AG Influenza am Robert Koch-Institut für die Kalenderwoche 2 (4. Januar bis 10. Januar 2014).


Dr. Carolina Kusnick


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