Verzahnung geplant

Ein Notdienstsystem für NRW

Berlin - 08.01.2014, 10:33 Uhr


Auf lange Sicht soll es in Nordrhein-Westfalen ein gemeinsames Notdienstsystem geben. Wie die Apothekerkammer Westfalen-Lippe bereits zwei Jahre zuvor hat die Apothekerkammer Nordrhein zu Beginn dieses Jahres von mehreren regionalen Notdienstbezirken auf ein Gesamtnetz umgestellt. Jetzt planen die beiden Kammern, ihre Notdienstsysteme zusammenzulegen. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber nicht.

Im Kammerbezirk Nordrhein wird der Apothekennotdienst seit Anfang des Jahres neu organisiert: Die Apothekerkammer hat auf eine IT-gestützte Lösung umgestellt. Notdienste werden nun nicht mehr innerhalb einzelner Städte oder Gemeinden, sondern flächendeckend über das gesamte Kammergebiet ermittelt. Das neue System soll für eine gleichmäßigere Verteilung der diensthabenden Apotheken führen und „Löcher“ im Versorgungsnetz verhindern. Grund für die Umstellung waren unter anderem die zahlreichen Apothekenschließungen der letzten Jahre.

Vereinzelt berichten Medien von Bewohnern kleinerer Ortschaften, die sich über die jetzt großen Entfernungen zur nächsten diensthabenden Apotheke beklagen. An den maximal zulässigen Entfernungen hat sich nach Angaben des Kammergeschäftsführers Stefan Derix durch die Umstellung aber nichts geändert. Die Dienstbereitschafts-Richtlinie und ihre Vorgaben würden weiterhin eingehalten. Nur die Betrachtungsweise sei eine andere: Statt der 69 Einzelnetze gebe es nun einen großen Raum, innerhalb dessen von jedem Ort X aus gesehen eine 365-Grad-Betrachtung erfolge. Gleichwohl ist man in der Kammer gewillt, sich konstruktive Argumente anzuhören.

Mit ihrer Umstellung sind die Nordrheiner ihrer Nachbarkammer gefolgt. Dort wurde bereits zum Jahresbeginn 2012 auf das neue System umgestellt. Aufgrund der dortigen Erfahrungen hat man sich in Nordrhein für den gleichen Softwareanbieter entschieden, berichtet Derix. Die beiden Kammern diskutierten jetzt sehr kooperativ über eine Zusammenlegung. Angesichts der nun gleichen Systeme liege der Gedanke nahe, die beiden Notdienstsysteme zu verzahnen, bestätigt Stefan Lammers von der AKWL. Allerdings gebe es noch einige Punkte zu klären – auf technischer, verwaltungsrechtlicher und politischer Ebene. Einen konkreten Zeitplan gebe es daher nicht.

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Juliane Ziegler


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