Diagnose Alkoholmissbrauch

Immer mehr Kinder und Jugendliche landen in der Klinik

Berlin - 16.12.2013, 11:00 Uhr


26.673 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis einschließlich 19 Jahren wurden 2012 aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das sind 1,2 Prozent mehr als 2011. Vor allem Mädchen sorgten für diesen Anstieg. Dies geht aus der Krankenhausdiagnosestatistik des Statistischen Bundesamts hervor.

Über alle Altersgruppen hinweg lag die Zahl wegen akuter Alkoholintoxikation stationär behandelter Patienten im vergangenen Jahr bei 121.595. 2011 waren es noch 116.517. Bezogen auf 100.000 Einwohner in der Gruppe der zehn- bis 19-Jährigen stieg die Anzahl der stationär Behandelten im Vergleich zu 2011 auf 333 (+ 2,4%). Dabei nahm die Zahl der Mädchen und jungen Frauen um 5 Prozent (269 Fälle je 100.000 Einwohner) zu, die der Jungen und jungen Männer um 0,8 Prozent (394 Fälle je 100.000 Einwohner).

In der Altersgruppe der zehn- bis 15-Jährigen gab es allerdings einen Rückgang zu verzeichnen: 3.999 junge Menschen dieses Alters wurden 2012 aufgrund eines Alkoholrauschs im Krankenhaus behandelt. Das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den 15- bis 20-Jährigen wurden hingegen 22.674 Fälle registriert – eine Zunahme um 2,3 Prozent. Gerade in dieser Altersgruppe sind mehr männliche (63,4%) als weibliche Jugendliche (36,6%)  betroffen. Die BZgA betont jedoch: Weibliche Jugendliche holen bei den Alkoholintoxikationen auf. Bei den 15- bis 20-Jährigen habe ihr Anteil um 4,4 Prozent zugenommen, während er bei den jungen Männern um 1 Prozent angestiegen sei.   

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Alkoholintoxikationen, die ins Krankenhaus führen, bis ins hohe Alter steigen. „Sie bilden sehr deutlich ab, dass Alkohol in der Bevölkerung das am weitesten verbreitete Suchtmittel ist und die Risiken, die von einem unkritischen Alkoholkonsum ausgehen, in unserer Gesellschaft immer noch deutlich unterschätzt werden“,  so BZgA-Direktorin Pott. Das beeinflusse auch das Trinkverhalten von Kindern und Jugendlichen.

Die Krankenhausdiagnosestatistik hält aber noch mehr Zahlen parat: So wurden im Jahr 2012 insgesamt rund 19,1 Millionen Patientinnen und Patienten vollstationär in einem Krankenhaus behandelt. Die Herzinsuffizienz war mit 386.548 Fällen der häufigste Grund. Bereits an zweiter Stelle lagen psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (345.034 Fälle), worunter auch der akute Alkoholmissbrauch fällt. Danach folgte die Herzerkrankung Vorhofflattern und Vorhofflimmern mit 277.616 Fällen.


Kirsten Sucker-Sket