Geschäftsenwicklung in den ersten 3 Quartalen

Stada: Deutschland schwächelt, Russland boomt

Berlin - 13.11.2013, 14:23 Uhr


Deutschland ist das Sorgenkind des Arzneimittelherstellers Stada: Während das Geschäft in Osteuropa und Russland blüht und auch die Region Asien-Pazifik kräftig zulegt, bekommt das Unternehmen auf dem Heimatmarkt höhere Steuern und anhaltenden Preisdruck im Generikamarkt zu spüren. Konzernchef Hartmut Retzlaff zeigte sich mit der Entwicklung in den ersten drei Quartalen 2013 zufrieden.

Der Konzernumsatz stieg bei Stada in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 8 Prozent auf 1,44 Mrd. Euro. Im Kernsegment Generika wuchs er um 3 Prozent auf 902,7 Mio. Euro – damit trugen Generika 62,8 Prozent zum Konzernumsatz bei. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 65,5 Prozent. Das zweite Kernsegment, die Stada-Markenprodukte, konnten ihren Umsatz um 15 Prozent auf 503,7 Mio. Euro steigern. Diese Produkte haben damit nun einen Anteil von 35,1 Prozent am Konzernumsatz.

Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis fiel um 5 Prozent auf 100,3 Mio. Euro. Stada begründete dies unter anderem mit einer steuerlichen Mehrbelastung von circa 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro). Stada will daher seine steuerlichen Strukturen anpassen. Auswirken soll sich die Optimierung schon im laufenden Geschäftsjahr. Der berichtete Konzerngewinn legte wiederum um fast ein Drittel auf 90,2 Mio. Euro zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um sieben Prozent auf 284,4 Mio. Euro.

Dabei zeigten die vier Marktregionen von Stada in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres unterschiedliche Entwicklungen auf. In Deutschland reduzierte sich der Umsatz um 7 Prozent auf 336,7 Millionen Euro. Dabei lag das Minus im dritten Quartal 2013 bei 16 Prozent, während es im ersten Quartal noch bei lediglich einem Prozent und im zweiten Quartal bei 3 Prozent lag. Dies, so Stada, liege im Wesentlichen an den nunmehr vollständig ausgelaufenen Portfolioverträgen sowie einem bewussten teilweisen Umsatzverzicht aus Rabattverträgen zugunsten der operativen Profitabilität.

Und so freut sich das Unternehmen über die besseren Zahlen in den anderen Marktregionen. In Zentraleuropa war eine Umsatzsteigerung um 2 Prozent auf 607,8 Mio. Euro zu verzeichnen. Insbesondere in Italien, Großbritannien, die Schweiz und Österreich habe sich der Umsatz erfreulich entwickelt, so Stada. In der Marktregionen CIS/Osteuropa stieg der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2013 sogar um 24 Prozent auf 440,3 Mio. Euro. Mittlerweile hat die Region einen höhren Anteil am Konzernumsatz als Deutschland – das sah im Vorjahresvergleichszeitraum noch anders aus. In der Region Asien & Pazifik nahm der Umsatz mit 179 Prozent besonders rasant zu. Er lag bei 51,9 Millionen Euro – das sind 3,6 Prozent der Konzernumsatzes.

Die Prognosen für das laufende wie auch das kommende Jahr bekräftigte Stada: 2014 rechnet der weltweit fünftgrößte Generikahersteller mit einem Umsatz von etwa 2,15 Mrd. Euro. Die Bad Vilbeler haben dabei einen Konzerngewinn von rund 215 Mio. Euro in Aussicht gestellt. 2013 stünden die Chancen weiterhin gut, beim bereinigten EBITDA im Konzern ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich zu erreichen.


Kirsten Sucker-Sket/dpa-AFX


Das könnte Sie auch interessieren

Umsatz steigt dank Osteuropa und Asien

Stada zu Hause schwach

Erstes Quartal 2014

Stada: Gewinn stagniert

Halbjahresbilanz: Markenprodukte weiter im Aufwind

Stada: Trotz allem solide

Geschäftsjahr 2013 und Ausblick

Stada: Krim-Krise schafft Unsicherheiten