Medikationsmanagement im Heim

„Patientenzentrierte Prozessoptimierung erforderlich“

Frankfurt/M. - 03.10.2013, 11:22 Uhr


Schnittstellenprobleme bei der Arzneimittelversorgung alter Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen standen im Mittelpunkt eines Symposiums des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR). Unter dem Titel „Medikationsmanagement im Heim: Solisten in Teamarbeit?" diskutierten Patientenvertreter, Ärzte, Apotheker und Pflegeverantwortliche mit Vertretern der Wissenschaft und Teilnehmern aus dem Gesundheitswesen die aktuelle Lage und zeigten Lösungsmöglichkeiten auf.

„Die nach Institutionen, Berufsgruppen und Kostenträgern segmentierte Arzneimittelversorgung im Heim wird den ganzheitlichen Therapieansprüchen der Heimbewohner nicht gerecht und sollte durch einen patientenzentriert optimierten Medikationsprozess ersetzt werden“ resümierte der Gesundheitsjurist Hilko J. Meyer. Er kündigte ein interdisziplinäres Forschungs- und Entwicklungsprojekt an, das ein patientenzentriertes Prozessmodell entwickeln soll und in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern durchgeführt wird.

Auf dem Symposium sprachen Vertreter von Selbsthilfegruppen, Heimträgern von Hochschulen. Mehrfach wurde die Bedeutung der Apotheke für die Arzneimittelversorgung im Heim hervorgehoben. Bedauert wurde, dass bisher kaum Kooperationsverträge mit Ärzten, vergleichbar den Heimlieferverträgen der Apotheken, geschlossen werden. Meyer, Mit-Initiator des Symposiums und Professor an der Fachhochschule Frankfurt am Main, erläuterte, dass sich die Lage  ändern werde, da  die Ärzte ab dem nächsten Jahr für solche Verträge durch Punktwertzuschläge vergütet würden.

Das veranstaltende interdisziplinäre ZGWR stellte das Forschungsprojekt „Prozessoptimierung im Medikationsmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung in Alten- und Pflegeeinrichtungen“ (ProMmt) vor, das sich derzeit in der Initiierungsphase befindet. Ziel ist eine strukturierte Zusammenarbeit aller Beteiligten der Arzneimitteltherapie in stationären Pflegeinrichtungen. Bei erfolgreicher Umsetzung könne das Projekt als Prototyp für das Medikationsmanagement in der ambulanten Versorgung dienen, betonte Stefanie Kortekamp vom ZGWR. Sie ermunterte die anwesenden  Apotheker, Ärzte und Pflegeverantwortlichen, sich an dem Projekt zu beteiligen.


DAZ.online


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