Bundestagswahl 2013

FDP hofft auf Comeback mit neuer Führung

Berlin - 23.09.2013, 14:34 Uhr


Nach dem parlamentarischen Knock-out tauschen die Freien Demokraten jetzt ihre Führungsriege aus. Damit sollen die Weichen für einen Neustart gestellt werden. Parteichef Philipp Rösler kündigte seinen Rücktritt an. Sein früherer Generalsekretär Christian Lindner kandidiert für die Nachfolge. Rösler und FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle übernahmen die volle Verantwortung für das gestrige Wahldebakel.

Im Anschluss an eine Präsidiumssitzung der FDP sowie einer gemeinsamen Sitzung des Bundesvorstands und der FDP-Fraktion verkündeten die liberalen Spitzen ihre Entscheidungen bei einer Pressekonferenz im Berliner Reichstagsgebäude. Philipp Rösler und Rainer Brüderle hatten bereits am Wahlabend gesagt, dass sie die politische Verantwortung für das schwache Ergebnis übernehmen wollen.

Brüderle sprach von der „schlimmsten Niederlage, die die FDP je erleben musste.“ Auch Philipp Rösler sprach über den „bittersten Abend für alle Liberalen in Deutschland. Wir wissen, dass wir ganz bewusst abgewählt wurden." Dafür müsse er die Verantwortung übernehmen. Es sei für die Liberalen wichtig, sich neu aufzustellen, „inhaltlich, aber auch in personeller neuer Formation.“

Rösler erklärte: „Die Arbeit wird jetzt auf den Schultern natürlich erst mal der Landesverbände liegen." Viele dieser Landesverbände hätten gut funktionierende Landtagsfraktionen, die versuchen könnten, die außerparlamentarische Phase auf Bundesebene zu kompensieren. Rösler appellierte an die FDP-Mitglieder: "Jetzt muss man die Ärmel hoch krempeln."

Lindner kündigte am Montag in Berlin an, dass er für die Nachfolge des aus dem Amt scheidenden Rösler kandidieren werde. „Ich will die FDP erneuern und zurück ins Parlament führen", so der nordrhein-westfälische Liberale, der angesichts der Wahlniederlage von einer historischen Zäsur sprach. Jetzt sei die Zeit gekommen für eine kritische Selbstprüfung. Lindner sprach zugleich eine Einladung an alle liberal denkenden Menschen und die bürgerliche Mitte in Deutschland aus, sich jetzt bei der FDP zu engagieren.


Lothar Klein


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