Streit um Kosten

Apotheker in den G-BA?!

Düsseldorf - 19.09.2013, 16:44 Uhr


Sollten Apotheker auf eine stimmberechtigte Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) drängen? Diese Frage wird alle Jahre wieder im Rahmen des Deutschen Apothekertags diskutiert, entsprechende Anträge wurden bislang abgelehnt. In diesem Jahr sind die Antragsteller

Der Abstimmung ging eine lebhafte Diskussion voraus, in der auch ABDA-Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Schulz wieder die Gelegenheit hatte, seine Bedenken zu äußern. Er verwies darauf, dass jetzt schon die ABDA stellungnahmeberechtigt sei, jedoch dieses Recht aufgrund von Kapazitätsproblemen nur begrenzt wahrnehmen könne. Sollte es tatsächlich gewollt und möglich sein, dass die Apothekerschaft im G-BA eine stimmberechtigte Mitgliedschaft erhält, dann seien mindestens 10 weitere Vollzeitstellen notwendig, damit die ABDA diese Aufgabe wahrnehmen könne. Zusätzlich gab er zu bedenken, dass die Stimme der Apotheker mit einem Anteil von 3 bis 4% ein sehr geringes Gewicht haben werde. Zudem warnte er davor, dass man dann auch die Entscheidungen mittragen müsse, auch wenn sie einem nicht passen würden. Kritik sei dann nicht mehr möglich.
Diese Ausführungen stießen auf heftige Kritik. So wurde die Schätzung der benötigten Stellen als Spekulation eingestuft. Ärger wurde geäußert, warum nach der seit Jahren andauernden Diskussion um die Aufnahme in den G-BA das Anliegen nicht ernsthaft geprüft worden sei und immer noch über Kosten spekuliert werde. So wurde die Interpretation von Friedemann Schmidt, dass nur Leistungserbringer mit Budgetverantwortung ein Anrecht auf eine Mitgliedschaft haben, infrage gestellt. Befürworter des Antrags halten es für zwingend notwendig, dass der Arzneimittelfachmann Apotheker in dem höchsten Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Verantwortung übernimmt, da ein Großteil der Arbeit im G-BA sich mit essenziellen pharmazeutischen, apothekerlichen und arzneimittelrechtlichen Dingen beschäftigt, die auf die Arbeit in der Apotheke durchschlagen. Die Kosten seien zwar nicht egal, aber sie müssten gestemmt werden. Und auch wenn das Gewicht der Stimme gering sei, so habe man doch die Möglichkeit, mitzugestalten.


Dr. Doris Uhl


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