Saison 2012/13

Grippewelle war heftig und lang

Berlin - 17.09.2013, 11:34 Uhr


Die Grippewelle 2012/13 war ungewöhnlich heftig und länger als in vielen anderen Jahren. Das geht aus dem Saisonbericht zur Influenza-Epidemiologie in Deutschland hervor, den das Robert Koch-Institut veröffentlich hat. RKI-Präsident Reinhard Burger empfiehlt, Schutzmöglichkeiten wie die Impfung zu nutzen.

Die Anzahl der während der Influenzawelle 2012/13 aufgetretenen zusätzlichen Arztbesuche werden im Bericht auf 7,7 Millionen geschätzt, nur 2004/05 war diese Zahl höher. Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten wurden auf 4,3 Millionen geschätzt. Die geschätzte Anzahl der grippebedingten zusätzlichen Krankenhauseinweisungen betrug 32.000. Die Grippewelle dauerte auch länger als in anderen Jahren, insgesamt 19 Wochen. Im Vergleich mit den Vorjahren spiegeln die Schätzwerte und die Dauer die deutlich stärkere Grippewelle wider.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Personen mit höherem Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko auch in diesem Jahr eine Grippeschutzimpfung: insbesondere den Älteren (ab 60 Jahren), Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma, Schwangeren, medizinischem Personal und Betreuern von Risikopatienten. Bester Zeitraum für die Impfung sind laut RKI Oktober und November. Sie kann zwar auch später nachgeholt werden, allerdings steigt dann das Risiko einer Infizierung, noch bevor der Impfschutz aufgebaut ist.

Bis Anfang September hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) das Stammanpassungsverfahren – für die Zusammensetzung gemäß der WHO-Empfehlungen – für mehr als zehn verschiedene Influenza-Impfstoffe genehmigt. Die Chargenfreigabe verläuft laut PEI-Präsident Klaus Cichutek „reibungslos“. Bislang seien mehr als zehn Millionen Dosen Influenza-Impfstoff genehmigt worden und das Verfahren laufe kontinuierlich weiter. „Wir sind also gut auf die beginnende Impfsaison vorbereitet.“ Informationen zur Chargenfreigabe werden kontinuierlich unter www.pei.de/influenza-impfstoffe aktualisiert.

Um für mehr Aufklärung zu sorgen, haben das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2006 die Kampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“ gestartet. Impfende Ärzte und Krankenhäuser werden zudem mit Informationsmaterial ausgestattet. In Kooperation mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) werden darüber hinaus Apotheken über das kostenlos bei der BZgA bestellbare Informationsmaterial zur Grippeschutzimpfung informiert. Für Bürger bietet die Behörde auch auf www.impfen-info.de ausführliche Informationen und interaktive Angebote wie Impf-Checks an.

Weitere Informationen zum aktuellen Influenza-Bericht finden Sie auf der RKI-Homepage bzw. über diesen Link.


Juliane Ziegler


Das könnte Sie auch interessieren

PEI hat 15 Millionen Impfstoffdosen freigegeben

Jetzt gegen Grippe impfen

Grippeimpfstoff-„Mismatch“ für die kommende Influenzasaison befürchtet

Wird B-Victoria zum Problem?

Influenza-Impfung und das Für und Wider – ein Faktencheck

Impfen lassen oder nicht?