Brustimplantate-Skandal

AOK verklagt TÜV Rheinland

München/Berlin - 13.09.2013, 13:53 Uhr


Die AOK Bayern hat nach dem Skandal um minderwertige Brustimplantate Klage gegen den TÜV Rheinland eingereicht. Es gehe um 27 Versicherte, hieß es. Bei ihnen habe die AOK eine Folgeoperation zur Entnahme der mangelhaften Implantate des französischen Herstellers PIP bezahlen müssen – für rund 50.000 Euro. Diese Summe forderte die AOK nun als Schadenersatz vom TÜV Rheinland.

Der TÜV Rheinland wollte am Donnerstag auf Anfrage dazu keine Stellungnahme abgeben. Das Landgericht Nürnberg-Fürth bestätigte den Eingang der Klage. Der TÜV Rheinland habe eine Zweigstelle in Nürnberg, sagte ein Gerichtssprecher. Das Verfahren sei in einem sehr frühen Stadium. Ob und wann es zum Prozess komme, sei noch offen.

„Der TÜV Rheinland ist unserer Auffassung nach seiner Pflicht nicht angemessen nachgekommen“, begründete Leonhart die Klage. „Wir machen das auch im Sinne des Verbraucherschutzes.“, sagte er. „Wir sind meines Wissens die erste Kasse, die eine solche Klage einreicht.“ Die Sicherheit der Medizinprodukte müsse verbessert werden. Anders als bei Arzneimitteln gebe es keine Zulassungsverfahren. „Was Medizinprodukte angeht, gibt es ganz großen Handlungsbedarf.“ Die AOK Bayern ist die größte Kasse im AOK-Verbund.

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dpa/DAZ.online