Deutscher Apothekertag

„Protest“-Apotheker mobilisieren für DAT-Debatte

Berlin - 11.09.2013, 14:04 Uhr


Die „Protest“-Apotheker um Björn Kersting und Christoph Klotz mobilisieren ihre Kollegen mit einem Aufruf zur Teilnahme an der Generalaussprache auf dem kommenden Deutschen Apothekertag (DAT) in Düsseldorf. „Nur wenn wir Flagge zeigen und gemeinsam für den Beruf einstehen, haben wir eine Chance. Lassen Sie uns gemeinsam den Beruf retten und ihm neues Leben einhauchen. Kommen Sie zum DAT und zur großen Generaldiskussion, dem Diskussionsforum“, heißt es in dem Aufruf.

Die Generaldebatte über die ABDA-Politik findet am Donnerstag, den 19.09.2013, von 9.00 bis 12.00 Uhr im Rahmen der Vorstellung des von der ABDA-Führung erarbeiteten neuen Leitbildes für den Apothekerberuf statt. Einbringen in die Debatte wird das Leitbild ABDA-Vize Mathias Arnold.

Verbunden ist der Aufruf zum Besuch des DAT (18.-20.9.) mit Kritik an der Politik, aber auch an der ABDA und deren Präsident Friedemann Schmidt. „Die Roten haben Lauterbach, die Grünen wollen das Mehrbesitzverbot kippen, was mittelfristig auch das Fremdbesitzverbot infrage stellt, die Schwarzen haben den Apothekenbus, damit die Kapitalisten günstiger das Land versorgen können, und die Gelben tun wie immer nur so, als wären sie unsere Freunde, doch mit einem Cheflobbyisten der Ärzte an der Spitze schwer vorstellbar“, heißt es dort.  

Zudem stehe der DAT 2013 vor der Tür: „Ein unsouveräner Präsident, der auf konkrete Fragen der Basis nicht antwortet und sich lieber per Video selbst zelebriert, ein Bus einer altbekannten Firma, die Fremdbesitz anstrebt, ein stern-Bericht, der zwar gut recherchiert ist, jedoch die Vorurteile bedient und uns schlecht dastehen lässt, als krönenden Abschluss dann noch der Datenskandal im Spiegel, der ohne Gegendarstellung und Antwort der ABDA bleibt“, so der Aufruf weiter. Dazu werde verschwiegen, dass Apotheker nach §203 StGB für eine Datenweitergabe persönlich haften.

„Werte Kollegen, der eigentliche Skandal hinter allem ist aber, dass die ABDA alle Chancen auf mediale Gegenschläge nicht wahrnimmt. Unser Berufsstand wird quasi von der eigenen Berufsvertretung im Stich gelassen. Dabei werden für nächstes Jahr einfach mal die Beiträge um 5% erhöht. Aber wofür?“, fragen die „Protest-Apotheker". Man müsse gemeinsam etwas ändern und die Standesführung in die Pflicht nehmen.


Lothar Klein


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