GKV-Arzneimittelausgaben

1,3 Mrd. Euro Einsparungen durch Rabatte

Berlin - 05.09.2013, 13:50 Uhr


Der Bundesgesundheitsminister freut sich. Die Gesetzliche Krankenversicherung steht zum Ende der Legislaturperiode sehr viel besser da als vor vier Jahren befürchtet. Es gibt Finanzreserven und die Ausgaben scheinen weitgehend im Griff – vor allem die Arzneimittelausgaben. Sie sind im ersten Halbjahr 2013 um nur 0,3 Prozent gestiegen. Ein Grund: „Die erneut signifikant gestiegenen vertraglich vereinbarten Rabatte der Krankenkassen mit der Pharmazeutischen Industrie.“

Sparinstrumente im Arzneimittelbereich hat Schwarz-Gelb einige geschaffen. Vor allem haben sie für einen erhöhten Herstellerrabatt für Nicht-Festbetragsarzneimittel und ein Preismoratorium gesorgt. Beide Maßnahmen laufen Ende des Jahres aus. Zudem sorgten neue Festbeträge für finanzielle Entlastung.

Vor allem aber hätten Rabattvereinbarungen zu der niedrigen Steigerung im 1. Halbjahr beigetragen, heißt es in der heutigen Pressemeldung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu den GKV-Finanzen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 hätten sich diese Einsparungen von rund 840 Millionen Euro um etwa 450 Millionen Euro auf fast 1,3 Milliarden Euro erhöht. Dies ist ein Plus von 53 Prozent. Eine Zahl, die stutzig macht.

DAZ.online fragte angesichts dieser beachtlichen Steigerung im BMG nach, ob in dieser Summe auch die Erstattungsbeträge enthalten sind, also die nach erfolgter früher Nutzenbewertung zwischen GKV-Spitzenverband und Hersteller vereinbarten Rabatte auf neue Arzneimittel. Das BMG bestätigte: Die 1,3 Milliarden Euro umfassten sämtliche vertraglichen Rabatte – und damit auch die Erstattungsbeträge. Ganz plausibel macht dies die Summe allerdings noch immer nicht. Der GKV-Spitzenverband hatte die möglichen Einsparungen durch Erstattungsbeträge im vergangenen Mai auf rund 120 Millionen Euro beziffert – für die Jahre 2012 und 2013 zusammen.

Die heutige Pressemitteilung des BMG bleibt hier vage. Dort verweist man lediglich darauf, dass mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz Voraussetzungen dafür geschaffen worden seien, die Ausgabendynamik im patentgeschützten Bereich in den Griff zu bekommen. Gerade diese Arzneimittel haben in der Vergangenheit bekanntlich wesentlich zu den Ausgabensteigerungen beigetragen.


Kirsten Sucker-Sket


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