Ein Montagmorgen in Kröpelin

Apothekenbus neben Lieferfahrzeugen

Kröpelin - 19.08.2013, 15:53 Uhr


Am heutigen Montag besuchte der Apothekenbus von DocMorris die mecklenburgische Kleinstadt Kröpelin. Die Lieferfahrzeuge der örtlichen Apotheke und einer weiteren Apotheke aus der Region waren schon seit über einer Stunde anwesend, als der Apothekenbus gegen 11 Uhr erschien und seinen zuvor abgesperrten Platz unmittelbar neben den Lieferfahrzeugen der Apotheken einnahm. Die Apotheker vor Ort haben damit deutlich gemacht, dass sie schon jetzt für die Versorgung bereitstehen.

Die Ankunft des Apothekenbusses erwartete auch Axel Pudimat, Vorsitzender des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber DAZ.online erklärte er zu seiner Anwesenheit: „Wir wollen Präsenz zeigen, uns aber nicht provozieren lassen. Und wir wollen nicht, dass die Bevölkerung für dumm verkauft wird. Denn es gibt keine Versorgungslücke.“ Frank Rohde, Betreiber der Schwan-Apotheke, der einzigen Apotheke in Kröpelin, ergänzte: „Zehn Apotheken aus der Region versehen hier in der Gegend Botendienste. Das Feld ist gut bestellt.“ Die ebenfalls anwesende Präsidentin der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, Christel Johanns, verwies zudem auf die vielen Rezeptsammelstellen. Johanns erklärte weiter: „Wir kennen unsere Kunden und Patienten. Und wir brauchen keine Kooperation mit einem Anbieter, der wahrscheinlich Rosinenpickerei betreiben will.“

In Kröpelin sprach DAZ.online auch mit Torben Bonnke, Kommunikationschef bei DocMorris. Die Präsentation des Apothekenbusses betrachte er nicht als Werbung für die Versandapotheke, sondern als Beitrag zur Diskussion über den demografischen Wandel. „Der Bus ist eine pragmatische und schnelle Antwort auf Versorgungslücken“, erklärte Bonnke. Der Bus solle besser sein als Rezeptsammelstellen. „Wir möchten zeigen, dass noch etwas Innovativeres möglich ist“, so Bonnke. Es gehe um Wettbewerb der Ideen. Dieser Wettbewerb sei regional und daher hänge die Versorgung von den Ideen der Apotheker vor Ort ab. Wenn dabei Lücken entstünden, könnten diese mit einem Bus geschlossen werden, natürlich nicht nur von DocMorris, sondern auch von den Apotheken vor Ort. Dabei räumte Bonnke ein, dass der Bus im echten Einsatz keine Orte wie Kröpelin anfahren würde, in denen eine Apotheke besteht. Zugleich machte Bonnke deutlich, dass die Versorgung auf dem Land teuer ist. Der umfangreiche Botendienst der Landapotheken verursache gegenüber Stadtapotheken zusätzlichen Aufwand, der nicht vergütet werde. Auf die Frage nach betriebswirtschaftlichen Eckdaten für die Rentabilität eines Apothekenbusses entgegnete Bonnke dann auch, dies käme auf die Vergütung an. Eine Kalkulation, wie viele Patienten ein Bus versorgen müsse, gäbe es noch nicht.


Dr. Thomas Müller-Bohn


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