„Stern“-Artikel

Diefenbach fordert Schmidts Rücktritt

Berlin - 15.08.2013, 15:53 Uhr


Die im aktuellen Heft des Nachrichtenmagazins „Stern“ zitierten Äußerungen des ABDA-Präsidenten Friedemann Schmidt bringen den stellvertretenden Vorsitzendes des Hessischen Apothekerverbands, Hans Rudolf Diefenbach, auf die Palme. Eine Leitfigur, die erkläre, ihr eigener Berufsstand hänge bei der fachlichen Innovation international zehn Jahre hinterher, sei „untragbar“ – vor allem wenn sie bereits acht Jahre mitverantwortlich Zeit gehabt hätte dies zu ändern.

In der offiziellen HAV-Pressemeldung klang Diefenbach noch zurückhaltend. Er kritisierte zwar pauschale Behauptungen des Artikels, Friedemann Schmidt blieb jedoch unerwähnt.

Doch kurz darauf fragt er nach den fachlichen Errungenschaften des ABDA-Präsidenten, nach seinen „wissenschaftlichen Reputationen“: „Wo publiziert er nachlesbar fachliche Dinge?“ Themen gebe es genug, meint der HAV-Vize. Zum Beispiel BCS-Systeme, kinetische Studien zu Rabattverträgen oder  fachliche Bewertungen zu Compliance, Adherence und Persistance. Darüber würden „wir rückständigen teilweise ‚Dauerversager‘ gerne von ihm informativ hören“, so Diefenbach.

Schmidt hat auch Erklärungen, warum es in den Apotheken zuweilen an einer guten Beratung hapern kann. Etwa, weil der Apotheker spüre, dass er jeden Tag an seinem Kenntnisfeld vorbei berät. Statt dessen müsse er sozialrechtlich beraten und Rabattverträge erklären. Dies, so kontert nun Diefenbach, hänge auch damit zusammen, „dass unsere Kolleginnen und Kollegen ganz oben sich Dinge abhandeln ließen, die genau in diesem Zustand mündeten“.

Diefenbach betont, dass sich auch viele Pharmazeuten aktiv vor Ort in Arbeitskreise einbrächten, Studien begleiteten und sozial für Patienten arbeiteten. „Woher nehmen Sie die Chuzpe, Kolleginnen und Kollegen als zehn Jahre zurückhängend zu bezeichnen?“, fragt er Schmidt. Und er erinnert ihn daran, dass er bereits seit acht Jahren verantwortliche Positionen in der Standesvertretung besetzt.  

Der HAV-Vize ist hart in seinem Urteil: „Das wertvolle und wichtige Amt des ABDA Präsidenten ist zu schade für Sie“. Und er fordert Schmidt auf: „Treten Sie ab“.


Kirsten Sucker-Sket


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