Grippesaison 2013/2014

Stehen die nächsten Lieferengpässe vor der Tür?

Berlin - 07.08.2013, 15:13 Uhr


Auch wenn es sich derzeit nicht so anfühlt: Der nächste Winter kommt bestimmt. Und mit ihm die nächste Grippesaison. Die Hersteller von Grippeimpfstoffen haben bereits die Produktion für die Nordhalbkugel anlaufen lassen. Alle hoffen, dass es keine solchen Lieferprobleme geben wird wie ein Jahr zuvor. Sicher ist dies allerdings nicht. Ein Hersteller erwartet bereits Engpässe.

Abbott räumt ein: Bei seinem Grippeimpfstoff für die Saison 2013/14 könne es zu Versorgungsengpässen auf der nördlichen Erdhalbkugel kommen – auch in Deutschland. Grund hierfür seien die zwei neuen Influenza-Erregerstämme (A/H3N2-Erreger und ein neuer B-Erreger), die die Weltgesundheitsorganisation für die Saison ausgemacht hat. „Sie erfordern einen aufwändigeren Herstellungsprozess, als dies zuvor der Fall war“, sagte eine Unternehmenssprecherin zu DAZ.online. Daher müsse Abbott davon ausgehen, weniger Einheiten herstellen zu können als in der vergangenen Impfsaison.

Dramatisch sieht Abbott dies nicht. Auch nicht im Hinblick darauf, dass das Unternehmen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt Impfstoff-Ausschreibungen gewonnen hat. Allerdings ist Abbott in keinem der Länder alleiniger Partner der Kassen, wie es im Vorjahr bei Novartis der Fall war. Zudem: Die in diesen Rabattverträgen festgelegten Mengen würden auf jeden Fall erfüllt, versichert die Sprecherin. Darüber hinaus setzt der Impfstoffhersteller auf eine rechtzeitige Information. Auch damit sich die Kunden „vor Beginn der Grippesaison über Alternativen informieren können“, so die Sprecherin.

So hat Abbott auch schon dem Hessischen Apothekerverband (HAV) mitgeteilt, wie es gegenwärtig um die Produktion bestellt ist. In Hessen setzt man in der kommenden Saison auf ein Festpreismodell statt auf Rabattverträge. Abbott hat jedoch auch in Hessen zugesichert, dass die über den HAV eingegangenen und bestätigten Apothekenaufträge wie geplant ausgeliefert werden können und nicht vom Lieferengpass betroffen seien.

Bei GlaxoSmithKline (GSK) ist die Produktion der Grippeimpfstoffe für die Nordhalbkugel ebenfalls angelaufen. Im Dresdener Werk habe man aber „keine Probleme mit der Ausbeute der drei bzw. vier Virenstämme im saisonalen Grippeimpfstoff NH 2013/2014“. Aus heutiger Sicht werde GSK seine Lieferzusagen daher einhalten können, so ein Unternehmenssprecher zu DAZ.online. Neben dem bekannten „Influsplit SSW“ produziert GSK dieses Jahr auch erstmals den tetravalenten saisonalen Grippeimpfstoff „Influsplit Tetra“ mit vier Virenstämmen. „Die Produktion für beide Impfstoffe läuft in unserem Dresdener Werk planmäßig“, so der Sprecher.


Kirsten Sucker-Sket


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