Aktionsplan

Nationale Strategie gegen Virushepatitis

Berlin - 24.07.2013, 10:52 Uhr


Ein Bündnis von Institutionen legt jetzt den Fokus auf die systemische Virusinfektion Hepatitis: Ihr „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland“ enthält Vorschläge für eine verbesserte Diagnostik, Prävention und Behandlung der Lebererkrankung. Er soll insgesamt das Bewusstsein für Virushepatitis und ihre Übertragungswege steigern, denn aus Sicht der Institutionen kommt die Aufklärung über die Gesundheitsrisiken bislang zu kurz.

In Deutschland haben Schätzungen zufolge mehr als eine Millionen Menschen eine durch Hepatitisviren verursachte chronische Leberentzündung – oft ohne es zu wissen, denn Schmerzen haben die Betroffenen häufig nicht. Von den diagnostizierten Patienten erhalte nur eine Minderheit eine angemessene Behandlung, beklagen die Institutionen -, obwohl es wirksame Therapien gebe. Das führe in manchen Fällen zum Tod. Doch viele der Infektionen und der Todesfälle wären vermeidbar, konstatiert das Bündnis: „Es mangelt am Bewusstsein für die Gefahren sowie die Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten der Virushepatitis.“

Die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und das Aktionsbündnis „Hepatitis und Drogenbrauch“ – mit der Deutschen AIDS-Hilfe, akzept e.V., dem JES-Bundesverband, dem Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit sowie der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin – entwickelten daher gemeinsam den Aktionsplan. Darin fordern sie unter anderem Maßnahmen zur Steigerung des Bewusstseins für die Erkrankung, mehr staatliche Aufklärung, die Einbindung der Strategie in ein öffentliches Gesundheitskonzept und den Zugang zu einer leitliniengerechten Therapie für alle Patienten mit einer Virushepatitis.

Laut der Nachrichtenagentur dpa kritisierte Heino Stöver, Mitinitiator des Bündnisses, bei der Vorstellung des Aktionsplans in Berlin, dass viel stärker über HIV diskutiert werde als über Hepatitis – obwohl von Hepatitis deutlich mehr Menschen betroffen seien. Anton Gillesen von der Deutschen Leberhilfe ergänzte, es sei höchste Zeit, dass das Thema Lebererkrankungen angegangen werde, denn es sei noch immer in der „Schmuddelecke“. Zudem schöben Ärzte erhöhte Leberwerte oftmals mit Alkoholkonsum und Fettleibigkeit oder anderen Ausreden zur Seite. Dabei könnten diese auch ein Hinweis auf eine Hepatitis sein. Den Aktionsplan will das Bündnis auch der Bundesregierung vorlegen.


Juliane Ziegler


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