Bundesinstitut für Risikobewertung

Krebserregende Schadstoffe im Tee

Berlin - 15.07.2013, 16:35 Uhr


Einige Tees enthalten nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) krebserregende Stoffe. Im Rahmen einer nicht repräsentativen Untersuchung wurde „in einigen Proben unerwartet hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in den Kräutertee- und Teeproben“ festgestellt, erklärt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Vorsichtshalber sollten Kinder, Schwangere und Stillende daher nicht ausschließlich Tees trinken, empfiehlt das Institut vorerst.

Das BfR führt derzeit ein Forschungsprojekt zum Thema „Bestimmung von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futter­mitteln“ durch. Dabei wurden stichprobenartig 221 verschiedene handels­übliche Kräutertee- und Teeproben sowie Teedrogen untersucht – darunter Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee. Erste Ergebnisse der nicht repräsentativen Untersuchungen: Es fanden sich Summengehalte von 0 bis 3,4 Milligramm Pyrrolizidinalkaloide pro Kilogramm Trocken­­produkt. Das Institut fordert jetzt stärkere Kontrollen der Teechargen vor der Vermarktung und eine Erfor­schung der Ursache seitens der Wirtschafts­beteiligten.

Gleichwohl ist eine akute Gesundheitsschädigung nach BfR-Angaben selbst bei Tees mit hohem Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt bei einer kurzfristigen Aufnahme unwahrscheinlich. Weil die Gehalte einzelner Proben innerhalb der gleichen Teesorte schwankten, seien sichere Aussagen zum gesundheitlichen Risiko bei regelmäßiger Aufnahme derzeit ebenfalls noch nicht möglich. „Bei längerfristigem Verzehr überdurchschnittlich hoher Mengen von Produkten […] könnte aber, wenn sich die ersten Daten bestätigen, ein Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung, insbesondere bei Kindern, Schwangeren und Stillenden, bestehen“.

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, erklärt das Institut, die von einer Vielzahl weltweit vorkommender Pflanzenarten zum Schutz vor Fraß­feinden gebildet werden. Aufgrund ihres gesundheits­schädigenden Potenzials seien ins­be­sondere 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide in Lebens- und Futtermitteln unerwünscht. In hoher Dosierung können sie laut BfR akut zu Leberschädigungen führen. Im Tierversuch hätten sich bestimmte Pyrrolizidinalkaloide bereits als genotoxische Kanzerogene erwiesen.


Juliane Ziegler