Gebärmutterhalskrebs

Japan setzt Empfehlung für HPV-Impfung aus

Stuttgart - 20.06.2013, 10:15 Uhr


Japan hat überraschend die Empfehlung für eine HPV-Impfung im Rahmen des Japan´s Preventive Vaccination Law ausgesetzt. Hintergrund sind

In Japan hatte Anfang März 2013 ein Zeitungsbericht über ein 14-jähriges Mädchen für großes Aufsehen gesorgt, bei dem ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) in zeitlichem Zusammenhang mit einer HPV-Impfung aufgetreten war und das dazu geführt hat, dass das Mädchen jetzt auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Insgesamt sollen in Japan 43 Meldungen zu chronischen Schmerzzuständen nach einer Impfung mit Cervarix® oder Gardasil® vorliegen. Am 14. Juni 2013 verkündet, dass die HPV-Impfung durch die japanischen Behörden solange nicht mehr propagiert wird, bis mehr Informationen über die Ursache und Häufigkeit der chronischen Schmerzzustände vorliegen.  
Der Cervarix-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) teilte auf Anfrage der Deutschen Apotheker Zeitung mit, dass er über Meldungen zu zehn CRPS-Verdachtsfällen in Zusammenhang mit der HPV-Impfung verfügt, vier aus Japan und sechs aus dem Vereinigten Königreich. Diesen Verdachtsmeldungen würden 14 Millionen vertriebene Impfstoffdosen gegenüberstehen.

GSK betont, dass das nationale HPV-Programm in Japan nicht gestoppt worden ist. Die Impfstoffe sind weiterhin im Handel, die Impfung ist nach Aufklärung über potenzielle Risiken weiterhin möglich. Von Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts wurde mitgeteilt, dass die EMA in engem Kontakt mit den japanischen Behörden steht, um weitere Informationen zu erhalten und gegebenenfalls Maßnahmen zu prüfen. Chronische Schmerzzustände scheinen bislang nicht in Zusammenhang mit einer HPV-Impfung gebracht worden zu sein. In den Fachinformationen werden sie nicht als Impfreaktion aufgeführt. 


Dr. Doris Uhl


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