Westfalen-Lippe

Kammer zertifiziert erste AMTS-Manager

Münster - 10.06.2013, 16:50 Uhr


Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) – dies ist ein Thema, bei dem Apothekerinnen und Apotheker zeigen können, was in ihnen steckt. Sie sind eben nicht nur „Schubladenzieher“, sondern Fachleute, wenn es darum geht, Arzneimittel richtig anzuwenden und etwaige Wechselwirkungen zu erkennen und auszuschließen. In Westfalen-Lippe kann man sich sein Wissen nun auch zertifizieren lassen. Ein erstes AMTS-Symposium war der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) zufolge ein „voller Erfolg“.

Die AKWL versteht die öffentliche Apotheke als eine wichtige Sicherheitsbarriere innerhalb des Medikationsprozesses. Hier sehen die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, welche Verordnungen ein Patient bekommt und welche rezeptfreien Arzneimittel er ggf. dazukauft. Allerdings: Selbst wenn es Ratschläge aus der Apotheke gibt, werden diese Arzneimittel bei weitem nicht immer sachgemäß eingenommen – mit den bekannten Folgen. Hier will das sogenannte Apo-AMTS ansetzen – mit besonders gut ausgebildeten Apothekern und einem engen Miteinander mit den Ärzten und Patienten. In Kooperation mit den Universitäten Münster, Bonn und Düsseldorf hat die Apothekerkammer Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr das „Ausbildungsapothekenkonzept“ ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, Pharmazeuten und Pharmazeutinnen im Praktikum sowohl eine qualitativ hochwertige Ausbildung als auch eine intensive Beschäftigung mit dem Thema AMTS zu ermöglichen. Bereits approbierte Apothekerinnen und Apotheker werden hierbei einbezogen.

Die nun frisch gekürten AMTS-Manager haben eine Basis-Schulung und Aufbauseminare durchlaufen sowie Medikationsmanagements mit Patienten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und von Isabell Waltering (AMTS-Dozentin an der Universität Münster) überprüft und korrigiert. 84 Apothekerinnen und Apotheker haben im ersten Schwung das Zertifikat erhalten. Damit Patienten jetzt auf sie aufmerksam werden, gibt es eigens entworfene Logos, Aufkleber für Apotheken sowie Kundenflyer. Sie weisen auf die besondere Qualifikation der ersten Zertifikatsträger der AKWL hin. Der persönliche Titel „AMTS-Manager“ gilt für zwei Jahre – anschließend kann er durch Teilnahme an einem AMTS-Auffrischungsseminar verlängert werden. Apotheken, in denen ein AMTS-Manager arbeitet und die als Ausbildungsapotheke zugelassen sind, führen die Bezeichnung „AMTS qualifizierte Apotheke“.

Die Ausrichtung auf AMTS zeige die Zukunftsorientierung der Kolleginnen und Kollegen, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, gestern im Rahmen des ersten AMTS-Symposiums. „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, zitierte sie Willy Brandt. Gerade in Zeiten, in denen viele Akteure im Gesundheitssystem meinen, etwas zu diesem Thema leisten zu können oder zu müssen, sei es wichtig, dass die Apothekerschaft eine Vorreiterrolle übernehme, so Overwiening: „Das Konzept heißt Apo-AMTS. Damit ist die Frage beantwortet, wer die Lotsenfunktion im Bereich der  Arzneimitteltherapiesicherheit innehat.“ Das Apo-AMTS habe sich binnen kürzester Zeit als Erfolgsmodell erwiesen. Dabei freute sie auch, dass selbst Apothekerinnen und Apotheker aus Hamburg und Nordrhein am Konzept teilnehmen.

Ausführliche Informationen zum Konzept und weitere Termine finden Sie unter .  


Kirsten Sucker-Sket/AKWL


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