Zytostatika-Versorgung in Berlin

AOK Nordost schreibt erneut aus

Berlin - 06.06.2013, 14:23 Uhr


Der AOK-Bundesverband hat im Auftrag der AOK Nordost die dritte Ausschreibung an zytostatikaherstellende Apotheken adressiert: Gesucht werden Apotheken, die für den Raum Berlin parenterale Zubereitungen herstellen und zur Versorgung „rechtlich in der Lage sind“. Die Verträge sollen die aktuell laufenden ablösen und daher am 1. Dezember 2013 starten. Angebote können bis zum 23. Juli eingereicht werden.

Die Gebiete der 14 Lose entsprechen etwa den Berliner Bezirken. Die Zuschlagserteilung im Rahmen der Ausschreibung verpflichtet zur Belieferung der Leistungserbringer, die in einem Gebietslos Versicherte der Krankenkasse mit parenteralen Zubereitungen in der Onkologie ambulant ärztlich behandeln. Die Belieferung im Rahmen der ambulanten Behandlung in Kliniken erfolgt jedoch weiterhin über die Krankenhausapotheken, sofern ein Vertrag mit der AOK Nordost besteht – derzeit sind dies die Charité und die Sana und Helios Kliniken.

Geboten werden kann auf beliebig viele Lose, die Zahl der möglichen Zuschläge ist allerdings auf höchstens vier je Bieter limitiert. Die Ausschreibung enthält zudem eine Reihe von Teilnahmebedingungen. Bieter müssen einige Eigenerklärungen abgeben – etwa zur Zuverlässigkeit, den Produktionskapazitäten und -stätten sowie den Herstellungsbedingungen. Die neuen Verträge sollen dann ein Jahr laufen. Es ist aber eine zweimalige Vertragsverlängerungsoption für jeweils sechs Monate vorgesehen; alternativ kann die Verlängerung auch einmalig für ein Jahr erklärt werden.

Die AOK Nordost hatte zum ersten Mal im Jahr 2010 Zytostatika für die Hauptstadt ausgeschrieben (damals noch AOK Berlin-Brandenburg). Wegen rechtlicher Auseinandersetzungen verzögerte sich der Start seinerzeit um einige Monate. Der Verband zytostatikaherstellender Apothekerinnen und Apotheker (VZA) kritisiert die Zytostatika-Ausschreibungen seit jeher, er sieht die Versorgung der Versicherten gefährdet. Bei der AOK Nordost versteht man diese Befürchtung nicht: Die Versorgung im Rahmen der Ausschreibung verlaufe sehr erfolgreich, erklärt ein Sprecher. Die AOK Hessen will es ihrer Schwester-Kasse jetzt gleichtun und entsprechende Verträge mit Apotheken schließen.


Juliane Ziegler